SpOn 18.02.2026
11:49 Uhr

Russlands Krieg gegen die Ukraine: Gespräche in der Schweiz abrupt beendet


Zwei Tage lang wollten ukrainische und russische Vertreter in Genf verhandeln, um den Krieg zu beenden. Doch am zweiten Tag dauern die Gespräche nur zwei Stunden, dann reist die russische Delegation ab.

Russlands Krieg gegen die Ukraine: Gespräche in der Schweiz abrupt beendet

Die Gespräche zwischen der Ukraine und Russland über eine Beendigung des Kriegs sind am zweiten Verhandlungstag in Genf nach knapp zwei Stunden zu Ende gegangen. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die russische Delegation habe den Ort des Treffens verlassen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete ‌die Runde als schwierig. Die Parteien hätten sich jedoch auf weitere Verhandlungen verständigt. »Wir sehen, dass Fortschritte erzielt wurden, aber im Moment gehen ​die Positionen auseinander, weil die Verhandlungen schwierig waren«, teilte Selenskyj Reportern in einem ⁠WhatsApp-Chat ⁠mit. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow bezeichnete die Verhandlungen als substanziell. Es habe Fortschritte gegeben und ‌eine Reihe von Fragen sei geklärt worden. Das Ziel der Ukraine bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden.

Der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski sagte nach diesen Angaben, die Gespräche seien »schwer, aber sachlich« gewesen. Zu den Ergebnissen wurde nichts mitgeteilt. Auch Medinski kündigte eine neue Verhandlungsrunde an.

Medienberichten zufolge waren Vertreter Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Italiens als Beobachter des Gespräche in Genf vor Ort. Nach Angaben der Zeitung »RBC-Ukraine«  geschah dies auf Wunsch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Selenskyj sieht Moskauer Verzögerungstaktik

Vor dem Beginn des zweiten Gesprächstags hatte die ukrainische Delegation Rücksprache mit Selenskyj gehalten. »Gestern gab es Treffen, die nicht einfach waren, und wir können festhalten, dass Russland versucht, die Verhandlungen zu verzögern, die bereits in der Endphase sein könnten«, schrieb der Staatschef auf Telegram. Die ukrainischen Vertreter erhielten demnach den Auftrag, die Gespräche dennoch zu Ergebnissen zu führen. Zu den Aufgaben gehöre auch, zivile Gefangene und Kriegsgefangene auszutauschen.

Am Dienstag hatte eine zweitägige Runde direkter Gespräche zwischen Delegationen aus Moskau und Kyjiw über Möglichkeiten zur Beendigung der Kämpfe in der Ukraine in Genf begonnen. Bei den Verhandlungen unter Vermittlung der USA waren auch Sicherheitsberater europäischer Länder, darunter Deutschlands, in der Schweiz vor Ort und sprachen am Rande mit den Delegationen der Ukraine und der USA. Als Vermittler aus Washington waren der Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-Präsidenten Donald Trump, Jared Kushner, nach Genf gereist.

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Zwei vorherige Gesprächsrunden zwischen ukrainischen und russischen Delegationen in Abu Dhabi hatten kein Ergebnis gebracht. In zentralen Fragen liegen Moskau und Kyjiw weiterhin weit auseinander. Moskau fordert einen vollständigen Rückzug Kyjiws aus der Industrieregion Donbass als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe. Die Ukraine lehnt dies jedoch ab.

col/AFP/dpa/Reuters