Donald Trump hat sich nach Verhandlungen mit der Ukraine optimistisch gezeigt, dass der russische Angriffskrieg beendet werden könnte. Der US-Präsident geht offenbar davon aus, dass sowohl Russland als auch die Ukraine ein Ende des Krieges wollten. »Ich denke, es gibt eine gute Chance, dass wir einen Deal machen können«, sagte er an Bord der Präsidentenmaschine »Air Force One«.
Trump erklärte, dass sein Sondergesandter Steve Witkoff diese Woche den russischen Machthaber Wladimir Putin in Moskau treffen solle. Ein genaues Datum dafür nannte er nicht. Mehrere US-Medien berichteten jedoch, dass Witkoff vorhabe, an diesem Montag nach Russland zu reisen.
US-Außenminister sieht noch »viel zu tun«
Sein Außenminister Marco Rubio sprach nach den Gesprächen im US-Bundesstaat Florida von einem produktiven Austausch. »Es war eine weitere sehr produktive Sitzung, die auf Genf und den Ereignissen dieser Woche aufbaute«, sagte Rubio mit Blick auf die Verhandlungen in der Schweiz vergangene Woche. »Aber es gibt noch viel zu tun«, fügte er hinzu.
Auch der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow nannte das Treffen »produktiv und erfolgreich«. »Wir sprachen über die Zukunft der Ukraine, über alles, was für die Ukraine und das ukrainische Volk wichtig ist«, sagte er nach Angaben ukrainischer Medien.
Umjerow ist der nationale Sicherheitsratschef und war von 2023 bis 2025 Verteidigungsminister der Ukraine. Der bisherige Chefunterhändler Andrij Jermak war im Zuge einer Korruptionsaffäre als Präsidialamtschef zurückgetreten .
The meeting between the Ukrainian delegation and the American side on steps toward achieving a just peace has already begun in the United States.
— Rustem Umerov (@rustem_umerov) November 30, 2025
I remain in constant contact with the President of Ukraine. We have clear directives and priorities: safeguarding Ukrainian… pic.twitter.com/herwCpylWd
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Details zu den Gesprächsinhalten nannten weder Umjerow noch Rubio. Nach Angaben aus Insiderkreisen gestalten sich die Verhandlungen teilweise jedoch schwierig. So erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des ukrainischen Verhandlungsteams, kompliziert seien insbesondere Formulierungen »in Bezug auf Gebiete«. Die US-Vertreter sähen sich »ausschließlich als Vermittler und nicht als Partei, die die Ukraine unterstützt«.
Auf US-Seite nehmen an den Gesprächen neben Rubio auch der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, sowie Trumps Sondergesandter Steve Witkoff teil. Die Verhandlungen finden in der Küstenstadt Hallandale Beach nördlich von Miami statt.
Selenskyj: »Dies sind wichtige Tage«
Unterdessen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit führenden Vertretern der EU-Kommission und der Nato gesprochen. Auf X berichtete Selenskyj von einem Telefonat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte, mit dem er die Gespräche in den kommenden Tagen fortsetzen wolle. »Dies sind wichtige Tage, und vieles kann sich ändern«, schrieb er.
I spoke with Mark Rutte @SecGenNATO, and we will continue our conversation in the coming days. These are important days, and much can change. We are coordinating closely, and in our efforts – and in the efforts of all our partners – it is our joint measures and shared positions…
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) November 30, 2025
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Wadephul: »Ich bin vorsichtig optimistisch«
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigt sich hinsichtlich der Friedensbemühungen zurückhaltend. In der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin« sagte er: »Ich bin vorsichtig optimistisch, dass jetzt wirklich die Chance besteht, dass es einen Waffenstillstand gibt und dass es Verhandlungen auf Augenhöhe geben kann.« Es stehe eine entscheidende Woche bevor.
Wadephul sieht demnach die größte Herausforderung darin, Russland an den Verhandlungstisch zu bringen. Die Ukraine signalisiere immer wieder ihre Bereitschaft zu einem Waffenstillstand und zu Gesprächen. Das sei gut und richtig. »Nur wer fehlt, ist Wladimir Putin. Der schießt und der bombardiert weiter«, fügte er hinzu.
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Ausgangspunkt für die Gespräche ist der sogenannte 28-Punkte-Plan von US-Präsident Trump. In seiner ursprünglichen Fassung war das Papier jedoch von vielen als »russische Wunschliste« kritisiert worden. So sollte die Ukraine nicht nur die von Russland besetzten Gebiete im Osten des Landes abtreten, sondern auch weitere Regionen. Zudem sollte die Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten und ihre Streitkräfte stark verkleinern.
Europäer und Ukrainer verhandelten den Plan später mit US-Vertretern nach, es blieben aber noch Punkte strittig, die nun in Florida besprochen werden. Der überarbeitete Plan soll dann in den kommenden Tagen der russischen Regierung präsentiert werden.
