SpOn 17.02.2026
02:03 Uhr

Russlands Angriffskrieg: Ukraine gelingt größte Rückeroberung seit 2023


Russlands Armee rückt im Angriffskrieg seit Monaten langsam vor. Doch jetzt haben ukrainische Truppen in wenigen Tagen mehr als 200 Quadratkilometer zurückerobert. Möglich wurde das offenbar auch durch Maßnahmen von Elon Musk.

Russlands Angriffskrieg: Ukraine gelingt größte Rückeroberung seit 2023

Die ukrainische Armee hat laut einer Datenauswertung zwischen Mittwoch und Sonntag 201 Quadratkilometer eigenes Staatsgebiet von der russischen Armee zurückerobert. Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW)  haben Kyjiws Streitkräfte seit einer Gegenoffensive im Juni 2023 nicht mehr so viel Gebiet in so kurzer Zeit zurückgewonnen. Die jüngst eroberte Fläche entspricht demnach fast den russischen Eroberungen des gesamten Monats Dezember (244 Quadratkilometer).

»Diese ukrainischen Gegenangriffe nutzen wahrscheinlich die Blockierung des Zugangs der russischen Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink aus, die laut russischen Militärbloggern die Kommunikation und die Führung beeinträchtigt«, erklärte das ISW. Russische Militärbeobachter hatten die Unterbrechung am 5. Februar festgestellt, nachdem der US-Tech-Unternehmer Elon Musk »Maßnahmen« angekündigt hatte, um der Nutzung dieser Technologie durch den Kreml ein Ende zu setzen.

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Laut Kyjiw umgingen russische Drohnen mithilfe von Starlink elektronische Störsysteme und konnten so ihre Ziele präzise treffen. Ursprünglich nutzten nur die Ukrainer Starlink. Nach vier Jahren Krieg hatten jedoch auch die Russen die Vorteile des Systems entdeckt. Sie verwendeten es ebenfalls an der Front, teilweise sogar für Angriffe mit Langstreckendrohnen, indem sie ihre Shaheds mit Satellitenverbindungen ausstatteten (mehr dazu hier ).

Ukrainischer Soldat nutzt mobile Starlink-Antenne für Internetzugang (Juni 2024)

Ukrainischer Soldat nutzt mobile Starlink-Antenne für Internetzugang (Juni 2024)

Foto: Andriy Dubchak / Frontliner / Getty Images

Ohne die Nutzung von Starlink wurden in der vergangenen Woche laut ISW nur am 9. Februar russische Geländegewinne an der Front verzeichnet. An den übrigen Tagen machte Kyjiw Boden gut. Die ukrainischen Rückeroberungen konzentrieren sich hauptsächlich auf eine Zone etwa 80 Kilometer östlich der Stadt Saporischschja, in der die russischen Truppen seit dem Sommer 2025 stark vorgerückt waren.

Mitte Februar kontrollierte Moskau 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums ganz oder teilweise, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Rund sieben Prozent – die Krim und ein Teil des Donbass – standen bereits vor Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 unter russischer Kontrolle.

hda/AFP