Russland ruft die USA im Konflikt mit Venezuela zur Zurückhaltung auf. Wladimir Putin unterstützt die Regierung des linksnationalistischen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.
Es sei zu hoffen, dass die Regierung von Donald Trump keinen »fatalen Fehler« begehen werde und »darauf verzichtet, weiter in eine Situation zu rutschen, die unvorhersehbare Folgen für die gesamte westliche Hemisphäre« haben könnte, erklärte das russische Außenministerium.
Der Kreml erklärte, er sei in »ständigem Kontakt« mit seinem »Verbündeten und Partner« Venezuela. »Natürlich rufen wir alle Länder in der Region zur Zurückhaltung auf, um jegliche unvorhersehbare Entwicklung in der Situation zu verhindern«, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow.
US-Präsident Donald Trump beschuldigt Maduro, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen. Die US-Armee greift seit September immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden bereits mehr als 90 Menschen getötet. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein.
Die USA brachten zudem Kriegsschiffe vor der venezolanischen Küste in Stellung. Am Dienstag ordnete Trump eine Seeblockade gegen »sanktionierte« Öltanker an, die Venezuela anlaufen oder verlassen.
Vor diesem Hintergrund kommt der Uno-Sicherheitsrat nach Angaben aus Diplomatenkreisen am kommenden Dienstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Zuvor hatte die venezolanische Regierung mit Unterstützung Pekings und Moskaus wegen der »anhaltenden US-Aggression« gegen Venezuela eine Dringlichkeitssitzung gefordert.
Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hat inmitten dieses geopolitischen Kräftemessens Oslo verlassen.
Die venezolanische Oppositionspolitikerin, die im vergangenen Jahr untergetaucht war, kam in der vergangenen Woche in Oslo an. Über die Umstände ihrer teils sehr beschwerlichen Reise hält sie sich bedeckt.
Um den Friedensnobelpreis, der ihr in diesem Jahr zuerkannt worden war, entgegenzunehmen, war sie allerdings zu spät. An ihrer Stelle nahm ihre Tochter Ana Corina Sosa Machado die Nobelmedaille und die Urkunde entgegen.
Am Montag hatte Machados Sprecherin mitgeteilt, die Oppositionspolitikerin habe sich während ihrer geheimen Reise über das Meer einen Wirbel gebrochen. Zuvor hatte die norwegische Tageszeitung »Aftenposten« berichtet, die Verletzung sei während einer gefährlichen Überfahrt in einem Boot erfolgt, das von hohen Wellen hin- und hergeworfen wurde. Machado hat vor, wieder nach Venezuela zurückzukehren.
