SpOn 07.01.2026
17:24 Uhr

Russland und USA - Aldrich Ames: Ex-CIA-Agent und Kremlspion Aldrich Ames ist tot


Aldrich Ames gilt als einer der größten Verräter in der Geschichte der US-Geheimdienste. Der CIA-Mann spionierte für die Sowjetunion wie für Russland und verdiente damit Millionen – die er dann verprasste, gern auch in bar.

Russland und USA - Aldrich Ames: Ex-CIA-Agent und Kremlspion Aldrich Ames ist tot

Aldrich Ames ist tot.

Der frühere CIA-Agent gilt aufgrund seiner Spionagetätigkeit als einer der größten Verräter in der Geschichte der US-Geheimdienste. Von 1985 bis zu seiner Festnahme 1994 war Ames als Doppelspion für die Sowjetunion und später Russland tätig. Er soll am Montag im Gefängnis im US-Bundesstaat Maryland im Alter von 84 Jahren gestorben sein. Das berichten unter anderem CNN und die »New York Times«.

Ames soll das Leben von mindestens zehn enttarnten US-Agenten auf dem Gewissen haben und insgesamt 2,5 Millionen Dollar für Spionage im Dienste der Sowjetunion und später Russlands erhalten haben. Ames soll seine russischen Partner auch über mehr als 100 Geheimdienstaktionen informiert haben.

Mit den Millionen aus Moskau kaufte er eine Villa in bar

Seine Tätigkeit für Moskau begann 1985. Damals war Ames nach eigenen Angaben einer der am besten informiertesten Menschen im US-Geheimdienst in Bezug auf die Sowjetunion. Sein Zugang zu Informationen und sein Wissen über die Sowjets sei so umfassend gewesen, dass er praktisch alles bekommen konnte, was er wollte, sagte Ames später der »Washington Post«.

Im April 1985 verkaufte der damalige Chef der Spionageabwehr in der Sowjetunion-Abteilung der CIA die Namen zweier Informanten für 50.000 Dollar an Moskau. Monate später lieferte er dem sowjetischen Geheimdienst die Namen aller ihm bekannten Informanten, die die CIA und das FBI in der damaligen Sowjetunion rekrutiert hatten.

Aldrich Ames im April 1994

Aldrich Ames im April 1994

Foto: Renaud Giroux / AFP

Sein Motiv, für die Gegenseite zu arbeiten, sei Geld gewesen, sagte er später in einem Interview mit der »New York Times«. Um Fragen über seinen Jaguar und eine Villa, die er für 540.000 Dollar bar gekauft hatte, abzuwenden, habe er seinen CIA-Kollegen erzählt, dass seine zweite Frau Rosario aus einer wohlhabenden kolumbianischen Familie stamme.

Als Informanten festgenommen wurden oder verschwanden, wurden die CIA und das FBI stutzig, aber es dauerte Jahre, bis man Ames auf die Spur kam. 1993 begann das FBI, Ames zu überwachen. Im Februar 1994 wurden er und seine Frau festgenommen und vor Gericht gestellt. Beide bekannten sich schuldig. Ames wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe, seine Frau wegen Beihilfe zu fünf Jahren Haft verurteilt. Der Skandal stürzte die CIA in eine tiefe Krise.

dop/dpa