Russland zieht offenbar sein Militär von einem Stützpunkt im Nordosten Syriens ab. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf fünf syrische Quellen sowie der kurdische Sender K24 und die Plattform Al Monitor übereinstimmend.
Russland habe seit 2019 Truppen am Flughafen Qamischli im Nordosten stationiert, berichtet Reuters. Das sei ein relativ kleiner Stützpunkt im Vergleich zu Russlands Luftwaffenstützpunkt und einer Marineeinrichtung an der syrischen Mittelmeerküste. Die beiden Stützpunkte sollen voraussichtlich erhalten bleiben.
Zwei syrische Quellen sagten Reuters, russische Truppen hätten in der vergangenen Woche mit einem schrittweisen Abzug vom Flughafen Qamischli begonnen. Russland soll einige der Truppen laut einer der Quellen zum russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim im Westen Syriens verlegen. Andere sollen nach Russland zurückkehren. Eine andere syrische Sicherheitsquelle an der Westküste Syriens sagte, russische Militärfahrzeuge und schwere Waffen seien in den vergangenen zwei Tagen von Qamischli zum Militärflugplatz Hmeimim transportiert worden.
Der kurdische Fernsehsender K24 strahlte Bilder aus, die zeigen sollen, wie Russland militärische Ausrüstung in ein Transportflugzeug lädt.
BREAKING:
— Visegrád 24 (@visegrad24) January 26, 2026
Russia is partially withdrawing its troops from Syria.
K24 TV channel aired footage showing Russian forces leaving a helicopter airfield in Qamishli in northeastern Syria.
The footage shows military equipment being loaded onto an Il-76 transport aircraft and… pic.twitter.com/iQBP0qSVyD
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Die Journalistin Joyce Karam teilt auf X außerdem ein Video, das eine Journalistin der Plattform Al Monitor auf dem von den russischen Einsatzkräften verlassenen Stützpunkt zeigen soll.
🚨 Al-Monitor gets first access inside #Russian base evacuated in Qamishli #Syria: A punching bag; ping pong 🏓 table, bodybuilding supplements and Asian/Persian (?) art: pic.twitter.com/ZP6rBL2C1p
— Joyce Karam (@Joyce_Karam) January 26, 2026
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Nichts mehr zu tun für Russland?
In der Region versucht die syrische Regierung derzeit, die Kontrolle von kurdischen Streitkräften zu übernehmen. Regierungstruppen von Präsident Ahmed al-Sharaa haben weite Teile Nord- und Ostsyriens von den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften zurückerobert. Ein fragiler Waffenstillstand zwischen den Parteien wurde am Samstag um 15 Tage verlängert.
Die russische Tageszeitung »Kommersant« berichtete in der vergangenen Woche unter Berufung auf eine ungenannte syrische Quelle, dass die syrische Regierung die russischen Streitkräfte möglicherweise auffordern werde, die Basis zu verlassen. Der Schritt werde erfolgen, sobald die Regierung die Kurden vertrieben habe, da es dann für die Russen dort nichts mehr zu tun gebe.
Das russische Verteidigungsministerium hat sich zu den Berichten bislang nicht geäußert. Reuters berichtet, ein Journalist der Nachrichtenagentur habe am Montag noch russische Flaggen am Flughafen von Qamischli wehen sehen. Dort hätten zwei russische Flugzeuge auf der Landebahn gestanden.
Russland, ein enger Verbündeter des gestürzten syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, hat seit Sharaas Machtübernahme vor etwa 14 Monaten Beziehungen zu ihm aufgebaut. Sharaa versicherte dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im vergangenen Jahr, dass er alle bisherigen Vereinbarungen zwischen Damaskus und Moskau einhalten werde. Das deutet darauf hin, dass Russland seine beiden wichtigsten Militärstützpunkte in Syrien nicht aufgibt.
