SpOn 21.11.2025
21:02 Uhr

Russland-Ukraine-Krieg: »Guardian« hält einige Sätze des 28-Punkte-Papiers für Übersetzung aus dem Russischen


Der britische »Guardian« findet eine englische Formulierung des sogenannten US-Friedensplans seltsam hölzern oder sogar »klobig« – und meint: Auf Russisch würde die Konstruktion funktionieren.

Russland-Ukraine-Krieg: »Guardian« hält einige Sätze des 28-Punkte-Papiers für Übersetzung aus dem Russischen

Der britische »Guardian« hat die Sprache des sogenannten Friedensplans der US-Regierung analysiert – und meint, dass einige Sätze des 28-Punkte-Papiers in russischer Sprache geschrieben worden seien könnten: »An mehreren Stellen würde die Sprache auf Russisch funktionieren, wirkt jedoch auf Englisch seltsam«, schreibt der »Guardian« .

Das Medium bezeichnet die englische Formulierung »It is expected« beispielsweise als klobige Passivkonstruktion, während die russische Version besser passen würde. Demnach sei das Papier in Miami entstanden während eines Treffens des Putin-Abgesandten Kirill Dmitrijew und Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff.

Der sogenannte US-Friedensplan sieht zahlreiche Zugeständnisse der Ukraine vor. So soll Kyjiw etwa Gebiete abtreten, das Militär verkleinern sowie nicht der Nato beitreten dürfen. Die USA fordern, dass die Ukraine bis zum kommenden Donnerstag ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Sollte die ukrainische Regierung nicht zustimmen, droht die US-Regierung offenbar, die Unterstützung zu stoppen.

Die europäischen Regierungen wurden vom US-Papier überrascht. Nach einem 15-minütigen Telefonat von Bundeskanzler Friedrich Merz mit US-Präsident Trump hieß es aus deutschen Regierungskreisen laut der Nachrichtenagentur dpa: Es werde an einem Vermittlungspapier gearbeitet, das noch in Abstimmung sei. Demnach soll es weitere Gespräche auf dem G20-Gipfel im südafrikanischen Johannesburg geben. Dort werden neben Kanzler Merz auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwartet.

Mehr über Putins Sondergesandten Kirill Dmitrijew lesen Sie hier .

jml