SpOn 24.01.2026
15:13 Uhr

Russland-Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj bittet um Hilfe bei der Flugabwehr


Die Ukraine meldet eine der schwersten Attacken seit Wochen. Als Reaktion fordert Präsident Selenskyj mehr Unterstützung von westlichen Staaten. In Abu Dhabi gehen derweil die Gespräche über ein Ende des Kriegs weiter.

Russland-Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj bittet um Hilfe bei der Flugabwehr

Die russischen Luftangriffe in der Nacht auf die Ukraine gehörten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu den schwersten seit Wochen. »In der Nacht hat Russland unsere Regionen massiv attackiert – sie haben 370 Kampfdrohnen und 21 Raketen unterschiedlicher Typen abgefeuert«, schrieb er auf Telegram. Als Reaktion bat er um schnelle westliche Hilfe bei der Stärkung der Flugabwehr.

Nach Angaben Selenskyjs wurden neben Kyjiw und dem Umland der Hauptstadt auch die nahe der Grenze zu Russland gelegenen Regionen Charkiw, Sumy und Tschernihiw stark beschossen. Es habe einen Toten und Dutzende Verletzte sowie erneut schwere Schäden an der Infrastruktur zur Energieversorgung gegeben.

Wie die Bewohnerinnen und Bewohner in Kyjiw mit den Attacken auf die Infrastruktur umgehen – gerade die Älteren, die nicht die Stadt und oft nicht mal die Wohnung verlassen können – lesen Sie hier .

»Jeder dieser russischen Schläge gegen die Energieversorgung zeigt, dass wir mit den Flugabwehrlieferungen nicht zögern könne«. Er zähle auf eine Reaktion und die Hilfe der westlichen Partner, schrieb Selenskyj. Zuvor hatten die Behörden der von Selenskyj genannten Gebiete schon Einschläge und Schäden gemeldet.

Verhandlungen in Abu Dhabi

Bei den Verhandlungen in Abu Dhabi, wo nun russische und ukrainische Unterhändler nach längerer Pause auch wieder direkt miteinander reden, beharrt Moskau neben dem Verzicht Kyjiws auf den Nato-Beitritt auch auf größere Gebiete des Nachbarlands. Sollte es keine diplomatische Lösung geben, werde Russland sein Ziel auf militärischem Weg erreichen, heißt es dazu aus Moskau.

Der zweite Tag der Verhandlungen hat laut Medieninformationen mit Gesprächen über das heikle Thema Gebietsabtretungen begonnen. Mehrere Dokumente würden studiert und erörtert, hieß es der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge aus russischen Delegationskreisen. »Sowohl Territorien als auch (Sicherheits-)Garantien und andere Aspekte«, so zitiert die Agentur ihren Informanten.

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Das Thema Gebietsabtretungen ist eins der heikelsten bei den Gesprächen über einen Frieden. Russland fordert neben den ohnehin schon besetzten Gebieten im Osten der Ukraine weitere Landstriche, konkret die auch nach knapp vier Jahren noch nicht eroberten Reste des Gebietes Donezk, für sich ein. Die Ukraine lehnt wiederum einen einseitigen Rückzug aus der Region ab.

ani/dpa