SpOn 02.12.2025
18:42 Uhr

Russland-Ukraine-Krieg: Wladimir Putin wirft Europa Blockadehaltung vor


Plötzlich inszeniert sich Wladimir Putin als jemand, der Frieden in der Ukraine will. Jedoch nur zu seinem Preis. Vor Verhandlungen in Moskau mit US-Gesandten drohte er den Europäern.

Russland-Ukraine-Krieg: Wladimir Putin wirft Europa Blockadehaltung vor

Drohgebärden vor den Ukraineverhandlungen: Kurz vor dem Start von Gesprächen mit US-Gesandten hat Kremlchef Wladimir Putin wieder einmal Drohungen ausgesprochen. Putin warf den europäischen Staaten vor, sich selbst aus den Friedensgesprächen ausgeschlossen zu haben und nun zu versuchen, die Bemühungen Donald Trumps zu untergraben.

Was Putin damit meint? Die Europäer und Ukrainer hatten sich beunruhigt über einen US-Friedensvorschlag mit 28 Punkten gezeigt, aus dem mehrere Medien berichteten. Viele Beobachter bezeichneten den Plan als »russische Wunschliste«, auch deshalb, weil Formulierungen teils so ungelenk waren, dass ihr Ursprung im Russischen vermutet wird. Der Plan fordert unter anderem bedeutende territoriale Zugeständnisse der Ukraine und die Zusage, nicht der Nato beizutreten.

Europäer und Ukrainer verhandelten den Plan später mit US-Vertretern nach und sprachen von einem Gegenvorschlag , es blieben aber noch Punkte strittig. Russland lehnte den Entwurf als »überhaupt nicht konstruktiv« ab.

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Und um die russische Unzufriedenheit damit, dass es die eigene mutmaßliche Wunschliste nicht geschafft hat, zum Ausdruck zu bringen, drohte Putin am Dienstag offen gegen den Westen. Russland sei bereit, die Europäer an den Verhandlungen zu beteiligen. Dazu müssten sie allerdings die Realitäten auf dem Schlachtfeld in der Ukraine anerkennen. »Wir haben nicht vor, mit Europa zu kämpfen, das habe ich schon 100-mal gesagt. Aber wenn Europa wiederum kämpfen will und anfängt, dann sind wir dazu sofort bereit«, sagte er.

Europa habe sich in dem Krieg auf die Seite der Ukraine geschlagen, die engen Kontakte zu Russland abgebrochen und sich so selbst vom Verhandlungstisch entfernt, sagte Putin weiter. Dabei waren es seine Truppen, die Ende Februar 2022 überhaupt erst in die Ukraine einmarschiert waren.

Putin äußerte sich vor seinem geplanten Treffen mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, die zu Verhandlungen über den Friedensplan nach Moskau kamen. Beide waren auch schon an Gesprächen zwischen einer ukrainischen und einer US-Delegation am Sonntag in Florida und zuvor bei Verhandlungen in Genf beteiligt. Während Witkoff bereits zum sechsten Mal für Gespräche mit Putin in Russland ist, ist es für Kushner die erste Verhandlung mit dem Kremlchef.

Ein Interview mit dem Russlandkenner Mark Galeotti über den Ukraineplan von Donald Trump lesen Sie hier .

hba/dpa/Reuters