SpOn 01.12.2025
14:26 Uhr

Russland-Ukraine-Krieg: Wladimir Putin will US-Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau treffen


Der Kreml geht mit den USA in Verhandlung über den Krieg in der Ukraine, der ukrainische Präsident bittet in Paris um Unterstützung. Die EU-Außenbeauftragte Kallas spricht von einer entscheidenden Woche für die Diplomatie. Der Überblick.

Russland-Ukraine-Krieg: Wladimir Putin will US-Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau treffen

Das diplomatische Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dauert an: Der Kreml hat Verhandlungen zwischen Wladimir Putin und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff am Dienstag angekündigt. Das Treffen werde in der zweiten Tageshälfte stattfinden, sagte Kremlsprecher Dmitrij Peskow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Unterdessen soll US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in den kommenden Tagen nach Kyjiw reisen.

Am vergangenen Wochenende hatte sich eine ukrainische Delegation in Florida mit US-Vertretern getroffen. Beide Seiten sprachen anschließend von Fortschritten im Bemühen um ein Ende des russischen Angriffskriegs, sagten aber auch, dass noch viel Arbeit zu leisten sei.

Auch in Europa wird über den US-Friedensplan beraten: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist dafür zu Gesprächen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris eingetroffen. Nach französischen Angaben wollten Macron und Selenskyj über »die Bedingungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden« in der Ukraine beraten. Es gehe um den 28-Punkte-Plan der USA und die »enge Abstimmung« mit den europäischen Verbündeten der Ukraine. Europa habe bei den Verhandlungen über den US-Plan bereits Zugeständnisse zugunsten Kyjiw erreicht, sagte der französische Außenminister Jean-Noël Barrot im Sender France Culture.

Kallas: »Entscheidende Woche«

»Es könnte eine entscheidende Woche für die Diplomatie sein«, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel. Dort soll über die weitere militärische Unterstützung der Ukraine und die eigene Verteidigungsfähigkeit beraten werden. Der niederländische Verteidigungsminister kündigte zum Auftakt an, dass die Niederlande weitere 250 Millionen Euro für den Kauf von Waffen für die Ukraine zur Verfügung stellen.

Um deutlich mehr Geld geht es in dieser Woche bei weiteren Gesprächen über die Verwendung der in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte. Die EU-Kommission arbeitet daran, wie sie 185 Milliarden Euro  der eingefrorenen Gelder für die Ukraine verwendbar machen kann. Der größte Teil der Gelder befindet sich jedoch bei einer belgischen Abwicklungsgesellschaft – und Belgien stellt sich gegen die Verwendung der Gelder. Das Land fürchtet rechtliche Konsequenzen und russische Vergeltung. (Mehr zu den Frozen Assets lesen Sie hier .)

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Unterdessen sind bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Dnipro nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Der Rettungseinsatz laufe, teilt der kommissarische Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Wladyslaw Gaiwanenko, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Eine Tankstelle und ein Unternehmen seien beschädigt worden.

Zudem steht Wolodymyr Selenskyj innenpolitisch stark unter Druck: Nach einem Korruptionsskandal hat er zuletzt seinen Stabschef und Chefunterhändler Andrij Jermak entlassen.

Mehr über Andrij Jermak und sein Verhältnis zu Wolodymyr Selenskyj lesen Sie hier .

jml/dpa/AFP/Reuters