Bei massiven Drohnenangriffen auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. »Derzeit sind 17 Verletzte bekannt. Vier Menschen sind ums Leben gekommen«, meldete Charkiws Bürgermeister Igor Terechow am späten Sonntagabend im Onlinedienst Telegram. Laut örtlichen Rettungsdiensten wurden drei Wohngebäude infolge der Angriffe durch Brände zerstört.
»Die Umstände sind wirklich schrecklich, wenn russische Truppen trotz der Verhandlungen zivile Objekte, zivile Infrastruktur und Wohngebäude angreifen und Menschen sterben – das ist Horror«, fügte Terechow hinzu. Zuvor am Sonntag waren Vertreter der USA, der Ukraine und Europas in Genf zusammengekommen, um über einen US-Vorschlag zur Beendigung des seit Februar 2022 andauernden russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu beraten.
Der örtliche Gouverneur Oleg Synegubow bezeichnete den nächtlichen Drohnengriff als »massiv«. Charkiw liegt im Nordosten der Ukraine nahe der russischen Grenze und war vor Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie wird seit Monaten immer wieder Angriffen ausgesetzt.
»Entscheidender Schritt« bei Verhandlungen
Währenddessen sei Vertretern der Ukraine sowie der USA bei Verhandlungen in Genf ein »entscheidender Schritt voran« gelungen: Ergebnis der Gespräche zwischen Vertretern der Ukraine, der USA und europäischen Staaten sei ein »aktualisierter und verfeinerter Friedensrahmen«, an dem in den kommenden Tagen weiter gearbeitet werde, teilten die USA und die Ukraine am späten Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Ein letztendliches Abkommen zur Beendigung des Ukrainekriegs müsse zudem die Souveränität der Ukraine »vollständig bewahren«.
»Die Gespräche waren konstruktiv, zielgerichtet und respektvoll und unterstrichen das gemeinsame Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden«, heißt es in der Erklärung. Es habe »bedeutende Fortschritte bei der Annäherung der Positionen und der Identifizierung von klaren nächsten Schritten« gegeben.
Delegationen der USA, der Ukraine und mehrerer europäischer Staaten, darunter Deutschland, hatten am Sonntag in Genf Verhandlungen über den vor wenigen Tagen von den USA vorgelegten 28-Punkte-Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs aufgenommen.
Die Ukraine und ihre Verbündeten drangen dabei auf eine Überarbeitung des US-Plans: Dieser kam in seiner ursprünglichen Fassung Moskau in zentralen Forderungen weit entgegen und überschritt von Kyjiw seit Langem formulierte rote Linien. So verlangte er von der Ukraine schmerzhafte Zugeständnisse wie die Abtretung großer Gebiete in der Ostukraine an Russland, eine Begrenzung der Truppenstärke und den Verzicht auf einen Nato-Beitritt.
Nach den Verhandlungen über Änderungen am US-Plan äußerte sich US-Außenminister Marco Rubio am Sonntag »sehr optimistisch«, dass »sehr bald« eine Einigung erzielt werden könne. Bei den Treffen seien »enorme Fortschritte erzielt« worden. Es gebe aber noch einige Punkte, »an denen wir weiter arbeiten müssen«, bevor der Vorschlag dem Kreml vorgelegt werden könne.

