Ein groß angelegter Angriff der russischen Streitkräfte auf die ukrainische Energieinfrastruktur hat nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers in weiten Teilen der Ukraine für Stromausfälle gesorgt. Infolge der durch den »massiven Angriff« verursachten Schäden sei am Samstagmorgen in den meisten Regionen der Strom abgeschaltet worden, erklärte der Netzbetreiber Ukrenergo im Onlinedienst Telegram. Der Angriff dauere noch an. Sobald die Sicherheitslage dies zulasse, werde mit Reparaturarbeiten begonnen, fügte Ukrenergo hinzu.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj haben die russischen Truppen den Energiesektor des Landes mit mehr als 400 Drohnen und rund 40 Raketen angegriffen. Ziele seien das Stromnetz, Erzeugungsanlagen und Umspannwerke gewesen, teilt Selenskyj auf der Plattform X mit. »Jeden Tag könnte Russland echte Diplomatie wählen, aber es entscheidet sich für neue Angriffe«, erklärt er weiter. Dem Land müsse die Fähigkeit genommen werden, die Kälte als Druckmittel gegen die Ukraine einzusetzen.
Die polnische Armee meldete unterdessen den Einsatz von Flugzeugen zum Schutz ihres Luftraums. Bei russischen Angriffen auf den Westen der Ukraine nahe der Grenze zum Nachbarland Polen war dies bereits mehrfach der Fall. Die Flughäfen Rzeszow und Lublin im Südosten Polens wurden vorübergehend geschlossen.
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Trotz jüngster Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine attackieren die russischen Streitkräfte seit Monaten massiv die ukrainische Energieinfrastruktur. Inmitten einer winterlichen Kältewelle wurde dadurch vielerorts die Energieversorgung unterbrochen. Hunderttausende Menschen sind bei Temperaturen um die minus 20 Grad Celsius ohne Strom und Heizung.
Am Donnerstag war die zweite Runde der Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi zu Ende gegangen. Die US-Regierung drängt beide Seiten zu einem Kompromiss, um den seit vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Die Positionen liegen jedoch weit auseinander. Während Moskau den Abzug ukrainischer Truppen aus der gesamten Region Donezk zur Vorbedingung für eine Einigung macht, lehnt Kyjiw einen einseitigen Rückzug ab und fordert ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow bekräftigte am Mittwoch, die russischen Truppen würden so lange kämpfen, bis Kiew einlenke.
Russlands Winterstrategie: Kraftwerke angreifen, Netze für Strom und Wärme zerstören. Ein ukrainischer Chefingenieur berichtet von Reparaturarbeiten bei minus 20 Grad und erzählt, wie er die Wasser- und Wärmeversorgung sichern will.
