Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Freitagabend mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte, war es ein »vertrauensvolles und verbindliches« Gespräch. Es seien nächste Schritte auf Beraterebene verabredet worden. Das Gespräch dauerte demnach eine Viertelstunde. Im Anschluss informierte Merz die anderen Europäer darüber.
Der 28-Punkte-Plan sieht zahlreiche Zugeständnisse an Russland vor, etwa
die Abtretung weiterer Gebiete durch Kyjiw,
die Verkleinerung des ukrainischen Militärs
und das Verbot eines Nato-Beitritts.
Die USA wollen demnach, dass die Ukraine bis zum kommenden Donnerstag ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einer Reaktion darauf von einem der »schwierigsten Momente unserer Geschichte«. Die Ukraine stehe vor einer »sehr schwierigen Entscheidung«, sie werde entweder ihre »Würde« oder einen »wichtigen Partner« verlieren, sagte Selenskyj in einem in Onlinediensten veröffentlichten Video .
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Die Europäer waren von dem Vorstoß Trumps überrascht worden. Sie arbeiten nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen nun an einem eigenen Vermittlungspapier, das noch in Abstimmung sei. Beim G20-Gipfel in Johannesburg werde es weitere Gespräche geben. Dort werden neben dem Bundeskanzler unter anderen der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwartet.
Bereits am Donnerstagabend hatte Merz erfolglos versucht, den US-Präsidenten zu erreichen. Am Freitag schaltete er sich zunächst mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, dem britischen Premier Keir Starmer und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zusammen. In einer schriftlichen Erklärung hieß es, man sei sich einig gewesen, »dass jede Vereinbarung, die die europäischen Staaten, die Europäische Union oder die Nato betrifft, einer Zustimmung der europäischen Partner bzw. eines Konsenses der Alliierten bedarf«.
