SpOn 13.02.2026
13:21 Uhr

Russland: Zentralbank senkt Leitzins überraschend


Der Druck auf Russlands Wirtschaft lässt während des Krieges gegen die Ukraine nicht nach. Nun hat die Zentralbank reagiert und den Leitzins überraschend zurückgenommen.

Russland: Zentralbank senkt Leitzins überraschend

Russlands Zentralbank hat ihren Leitzins überraschend gesenkt und Bereitschaft zu ​einer weiteren Lockerung signalisiert. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde auf 15,50 ‌von 16,0 Prozent zurückgenommen, wie die Zentralbank in Moskau mitteilte.

Experten hatten mehrheitlich einen konstanten Zins erwartet. Die Zentralbank in Moskau will auf kommenden ​Sitzungen die Notwendigkeit einer weiteren Leitzinssenkung prüfen – abhängig von der Nachhaltigkeit ⁠der ⁠Inflationsabschwächung und der Entwicklung der Inflationserwartungen.

Es ist die sechste Absenkung in Folge. Im Juni vergangenen Jahres hatte die russische Zentralbank den Leitzins etwa auf 20 Prozent gesenkt und damit dem wachsenden politischen Druck nachgegeben. Danach wurde der Leitzins weiter angepasst.

Die jüngste Lockerung gilt als Versuch, die langsamer laufende Wirtschaft knapp ‌vier Jahre nach der russischen Invasion ​in die ‌Ukraine weiter zu stützen.

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Die Wirtschaft in Russland hatte sich in den ersten drei Jahren des Konflikts trotz westlicher Sanktionen als ‌bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen. Im vergangenen Jahr setzte jedoch ein Abschwung ein. Die russische Regierung prognostiziert ‌für das laufende ​Jahr ein ‌Wachstum von 1,3 Prozent, nach 1,0 ‌Prozent ​im Jahr 2025. Die Zentralbank rechnet für dieses Jahr mit einem Zuwachs ​zwischen 0,5 ⁠und 1,5 Prozent.

Auch die Sanktionen aus der EU haben laut dem EU-Sanktionsbeauftragten David O’Sullivan »erhebliche Auswirkungen« auf die russische Wirtschaft. Wegen Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine versucht die EU seit Jahren, Russland mit scharfen Sanktionen unter Druck zu setzen.

Putins Wirtschaft steckt in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn: Die Öleinnahmen sind eingebrochen, das Wachstum lahmt. Welche Optionen der Russlandexperte Alexander Libman jetzt noch für den Kremlchef sieht, lesen Sie hier .

esk/Reuters