SpOn 04.03.2026
21:06 Uhr

Russland: Wladimir Putin übergibt Ungarn zwei Kriegsgefangene


Ungarns Regierungschef Orbán hatte darum gebeten, der Kremlchef erfüllt ihm den Wunsch: Russland lässt zwei ukrainisch-ungarische Gefangene frei. Der Schritt fällt mitten in den Wahlkampf in dem EU-Land.

Russland: Wladimir Putin übergibt Ungarn zwei Kriegsgefangene

Kremlchef Wladimir Putin hat zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft freigelassen und Ungarns Außenminister Péter Szijjártó in Moskau übergeben. Die Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen. »Sie können sie mitnehmen«, antwortete er auf die im russischen Fernsehen gezeigte Bitte Szijjártós. Die beiden sollten demnach im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen.

Am Tag zuvor hatte Putin nach Kremlangaben mit Ungarns Regierungschef Viktor Orbán telefoniert, der ebenfalls um die Freilassung der Männer gebeten habe. Putin lobte Ungarns Position im Ukrainekrieg als ausgewogen und unabhängig. Budapest setze sich prinzipiell für eine diplomatische Lösung des Konflikts ein, sagte er.

Orbán gilt innerhalb der EU als der Staatschef mit den besten Beziehungen zum Kreml, wo er zuletzt im November 2025 zu Gast war; er sträubt sich zur Freude Moskaus auch immer wieder gegen die westlichen Sanktionen gegen Russland wegen des Kriegs gegen die Ukraine. Indem er etwa Energie von der Rohstoffgroßmacht kauft, füllt er auch ihre Kriegskasse.

Der Schritt fällt auch in Orbáns Wahlkampf: Im April wird in Ungarn ein neues Parlament gewählt. Nach Umfragen könnte Orbáns rechtsnationale Fidesz ihre Mehrheit verlieren. Orbán grenzt sich im Wahlkampf demonstrativ von der EU ab und lässt seit Monaten im ganzen Land Plakate anbringen, die sich gegen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen oder auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj richten.

Bei dem Treffen in Moskau sicherte Putin Ungarns Außenminister Szijjártó zu, Russland wolle auch weiter ein verlässlicher Energielieferant Ungarns bleiben. Nicht alles hänge dabei von Moskau ab, die russische Seite erfülle aber ihren Teil der Vereinbarungen, sagte er.

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luc/dpa