Als ukrainische Truppen im Sommer 2024 eine Gegenoffensive starteten und überraschend russisches Staatsgebiet rund um Kursk besetzten, bekam Wladimir Putin militärische Hilfe aus Nordkorea. Dafür hat sich der Kremlchef nun in einem Brief an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bedankt.
Nach Erkenntnissen südkoreanischer und westlicher Geheimdienste hatte Nordkorea im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Soldaten nach Russland geschickt, die vorwiegend in der Grenzregion Kursk eingesetzt wurden. Demnach kamen dabei auch Artilleriegeschosse, Raketen und Langstreckenraketensysteme zum Einsatz. Nordkorea bestätigte im April erstmals, Soldaten nach Russland entsandt zu haben. Mitte Dezember waren Soldaten nach Nordkorea zurückgekehrt.
Wie Russland und Nordkorea zusammenarbeiten
In seinem vergangene Woche eingetroffenen Brief habe Putin die Beteiligung nordkoreanischer Soldaten an Moskaus Offensive gegen die Ukraine gelobt, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Der »heldenhafte Einsatz« der nordkoreanischen Soldaten habe »die unbesiegbare Freundschaft« zwischen beiden Ländern »eindeutig bewiesen«.
Konkret nannte Putin demnach die Kämpfe um die Region Kursk und die anschließenden Aktivitäten koreanischer Ingenieure auf russischem Boden.
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In seinem Neujahrsschreiben an Kim Jong Un kam Putin laut KCNA auch auf das zwischen beiden Ländern bestehende Verteidigungsabkommen zu sprechen. Die Bestimmungen des »historischen Vertrags über eine umfassende strategische Partnerschaft« seien dank »unserer gemeinsamen Anstrengungen« erfüllt worden, habe Putin demnach geschrieben. Starke Beziehungen zwischen Pjöngjang und Moskau würden »zur Schaffung einer gerechten Ordnung in der multipolaren Welt beitragen«.
Pjöngjang ist einer der wichtigsten Unterstützer Moskaus bei dessen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im vergangenen Jahr schlossen Nordkorea und Russland bei einem Besuch Putins in Pjöngjang ein Abkommen, das auch eine Klausel zur gegenseitigen Verteidigung enthält.
