Ukrainische Drohnen haben nach offizieller Darstellung aus Kyjiw ein Treibstofflager in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau getroffen und in Brand gesetzt. Das teilte der ukrainische Geheimdienst SBU der Agentur Ukrinform mit. Das Terminal »Temp« in der Stadt Rybinsk gehörte zu den strategischen Reserven Russlands. Der SBU unterbreche »mit chirurgischer Präzision« die Lieferketten russischer Erdölprodukte an die Ukrainefront und ins Ausland, wird ein namentlich nicht genannter Geheimdienstmitarbeiter zitiert.
Die Agentur veröffentlichte dazu ein Video, auf dem ein Großbrand hinter verschneiten Häusern zu sehen ist. Die genaue Örtlichkeit ist darauf nicht zu erkennen. Von russischer Seite gab es zu dem ukrainischen Bericht keine Angaben. Jaroslawl liegt etwa 280 Kilometer nordöstlich von Moskau und ist mehr als 800 Kilometer von der Ukraine entfernt.
Angriffe auf Russlands Ölindustrie
Ukrainische Drohnen griffen in der Nacht zum Mittwoch auch andere Ziele innerhalb Russlands an. In der südrussischen Region Krasnodar sei in der Ölraffinerie im Hafen Tuapse am Schwarzen Meer ein Brand ausgebrochen, teilte der operative Stab des Gebiets mit. Das Feuer sei gelöscht worden. Bei dem Drohnenangriff wurden zwei Menschen verletzt. Schäden gebe es auch an einer der Anlegestellen des Hafens und an fünf Häusern sowie an einer Gasleitung, hieß es in der Mitteilung.
Die ukrainischen Streitkräfte greifen seit Monaten die zur Finanzierung des Kriegs wichtige Ölindustrie Russlands an. Die Schäden stehen aber in keinem Vergleich zum Ausmaß der Zerstörungen und der Anzahl der Opfer, die russische Angriffe in der Ukraine fordern.
