Rückkehr einer geächteten Waffe: Polen will künftig neben Panzerabwehrminen auch Antipersonenminen einsetzen, um seine Ostgrenze gegen Russland zu verteidigen.
»Minen sind eines der wichtigsten Elemente der Verteidigungsstruktur, die wir an der Ostflanke der Nato in Polen aufbauen«, sagte Vizeverteidigungsminister Paweł Zalewski der Nachrichtenagentur AP. Mit den Minen will Polen die Grenze zum russischen Gebiet Kaliningrad und zu Belarus schützen.
Zalewski erklärte, Polen müsse sich gegen Russland verteidigen, ein Land, das »sehr aggressive Absichten gegenüber seinen Nachbarn hat«.
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Am Freitag erklärte Polen offiziell den Austritt aus der Ottawa-Konvention – ein internationaler Vertrag über das Verbot von Antipersonenminen aus dem Jahr 1997. Russland und die USA hatten die Konvention nie unterzeichnet.
Polen hatte die Konvention 2012 ratifiziert und seine Bestände an Antipersonenminen vernichtet. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte das Land im vergangenen Jahr aber mit anderen Staaten seinen Austritt aus der Konvention angekündigt.
Am Donnerstag hatte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk erklärt, Polen werde »bald« in der Lage sein, seine Ostgrenze im Falle einer Bedrohung innerhalb von 48 Stunden zu verminen.
Laut Vizeverteidigungsminister Zalewski sollen die Minen aber nur im Fall einer »realistischen Bedrohung durch eine russische Aggression« eingesetzt werden. Nach seinen Angaben sollen die Waffen durch polnische Hersteller produziert werden.
