Plötzlich gingen die Motoren aus oder sprangen nicht mehr an. Hunderte Autofahrerinnen und Autofahrer in Russland haben Ende November Probleme mit ihren Fahrzeugen des deutschen Herstellers Porsche gemeldet. Das berichten die russische Mediengruppe RBC sowie das russische Exilmedium »Moscow Times« .
Den Berichten zufolge meldete die russische Autohändlergruppe Rolf einen sprunghaften Anstieg von Serviceanfragen bei Porsche-Fahrzeugen. Demnach sei bei Hunderten Autos der Marke das werkseitig installierte Satelliten-Sicherheitssystem ausgefallen. Dadurch sei etwa die Kraftstoffzufuhr blockiert worden, Motoren seien plötzlich ausgefallen. Die Fahrzeuge seien dadurch fahruntüchtig geworden.
Den Berichten zufolge waren Fahrzeuge aller Porsche-Modelle und -Motortypen in Moskau, Krasnodar und weiteren Städten von dem Problem betroffen oder könnten davon noch getroffen werden, sagte eine Sprecherin der Autohändlergruppe Rolf laut RBC.
Offenbar Diebstahlsicherung betroffen
Porsche-Fahrer erklärten den Berichten zufolge, das Vehicle Tracking System (VTS), das den Standort des Autos als Diebstahlsicherung überwacht, sei betroffen. Zunächst ließ sich die Sperre lediglich durch ein Zurücksetzen der werkseitigen Alarmanlage und deren Demontage umgehen. Autofahrer meldeten, sie hätten das Problem behoben, indem sie die Autobatterie für längere Zeit abgeklemmt hätten.
Experten untersuchten die Ursache für das Problem, heißt es. »Nach einer ersten Einschätzung gehen wir davon aus, dass das Problem nicht mit der Konstruktion der Fahrzeuge zusammenhängt. Wir werden über die Ergebnisse einer detaillierteren Untersuchung berichten«, teilt Porsche Russland mit.
Die Autohändlergruppe Rolf schließt Sabotage nicht aus: »Es besteht die Möglichkeit, dass dies absichtlich geschehen ist.« Wer für einen möglichen Angriff auf die Porsche-Systeme verantwortlich sein könnte, ist nicht bekannt.
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Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine beendete Porsche seine Geschäfte in Russland 2022, stellte etwa Auslieferungen ein. Tochterfirmen wie Porsche Russland gehören noch zum Unternehmen, sollen aber verkauft werden.
Das Thema der Probleme bei Porsche-Fahrzeugen in Russland liege »nicht in der Verantwortung der Porsche AG, da es sich um eine länderspezifische Ausführung handelt«, sagte eine Sprecherin laut »Auto Motor und Sport« : »Andere Märkte sind von dem Ausfall nicht betroffen.« Außerdem halte sich Porsche an alle geltenden wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, das umfasse auch das After-Sales-Geschäft.
