Im Fall des niedergeschossenen russischen Generals Wladimir Aleksejew wurden offenbar zwei Tatverdächtige identifiziert. Das berichtet die Zeitung »Kommersant« unter Berufung auf Ermittlerkreise. Die Verdächtigen würden »bald verhört«, heißt es in dem Bericht. Anschließend sollen sie angeklagt werden.
Der den russischen Sicherheitsorganen nahestehende Telegramkanal Mash teilte demnach mit, einer der Verdächtigen werde »aus Dubai gebracht«. Russland äußerte sich bislang nicht offiziell zu den Festnahmen.
Aleksejew wurde Medienberichten zufolge nach dem Angriff operiert und lag im künstlichen Koma. Inzwischen sei er wieder bei Bewusstsein. »Zum jetzigen Zeitpunkt kann man mit Vorsicht sagen, dass keine Lebensgefahr mehr besteht«, zitiert die Nachrichtenagentur Tass eine Quelle aus dem Umfeld des Krankenhauses.
Der Tatort in Moskau
Foto: Grigory Sysoev / Sputnik / IMAGOSchüsse in den Bauch und ins Bein
Am Freitagmorgen hatte ein Unbekannter laut dem zuständigen Ermittlungskomitee »mehrere Schüsse« auf den Armeevertreter abgegeben. Laut Mash wurde Aleksejew vor dem Fahrstuhl in seinem Wohnhaus mehrmals in den Rücken getroffen. Zwei Kugeln seien im Bauchbereich gelandet, eine im Bein. Der General habe »sehr viel Blut verloren«, hieß es weiter. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und befand sich zwischenzeitlich in kritischem Zustand.
Aleksejew ist der stellvertretende Leiter der Hauptverwaltung des Generalstabs im Verteidigungsministerium und Vizechef des russischen Militärgeheimdienstes GRU. Unter anderem war er während des syrischen Bürgerkriegs für die dortigen Geheimdiensteinsätze zuständig.
Die Hintergründe der Tat sind noch unklar, Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezichtigt die Ukraine. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland wurden mehrere hochrangige russische Militärangehörige ermordet. Für einige Aktionen hat Kyjiw öffentlich die Verantwortung übernommen.

