Der EU-Sanktionsbeauftragte David O’Sullivan verteidigt die westlichen Sanktionen auf die russische Wirtschaft. Zu deren Auswirkungen sagte er im Interview mit dem britischen »Guardian« : »Ich bin ziemlich optimistisch. Ich glaube, dass die Sanktionen wirklich erhebliche Auswirkungen auf die russische Wirtschaft hatten.« O’Sullivan ist seit 2022 als EU-Sonderbeauftragter für Sanktionen im Dienst.
O’Sullivan prophezeit nun eine entscheidende Phase: »Im Laufe des Jahres 2026 könnten wir an einen Punkt gelangen, an dem das Ganze untragbar wird, weil ein so großer Teil der russischen Wirtschaft durch den Aufbau der Kriegswirtschaft auf Kosten der Zivilwirtschaft stark verzerrt wurde«, sagte er.
19 Sanktionsrunden
Russland führt seit vier Jahren einen Angriffskrieg in der Ukraine. Systematisch hat das russische Militär dabei auch Kraft- und Umspannwerke außer Gefecht gesetzt. Die Ukraine ist in diesem Winter damit in die schwerste Energiekrise seit Kriegsbeginn geraten – bei starkem Frost. Derzeit herrschen in Kyjiw Temperaturen um minus 20 Grad.
Doch Wladimir Putins Kriegsmaschinerie habe Auswirkungen auf die Wirtschaft seines Landes, so O’Sullivan. Die Öleinnahmen sind eingebrochen, die Inflation liegt bei etwa 6 Prozent und die Zinssätze bei 16 Prozent.
Die EU hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine in 19 Runden Sanktionen gegen Russland verhängt. Diese richten sich gegen mehr als 2700 Personen und Organisationen und haben den Handel in weiten Wirtschaftsbereichen wie Energie, Luftfahrt, IT, Luxus- und Konsumgüter, Diamanten und Gold zum Erliegen gebracht.
Auch Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte hätte die EU erfolgreich getroffen, sagte O’Sullivan. Im Dezember standen fast 600 Schiffe unter EU-Sanktionen.



