SpOn 03.03.2026
16:26 Uhr

Rostock: Leichenteile in Schubkarre gefunden – Verdächtiger in U-Haft


»Wir wissen nicht, wie lange er da schon gestanden hat«: Nach dem Fund einer Leiche in einer Schubkarre geht die Rostocker Polizei von einem länger zurückliegenden Verbrechen aus. Ein 39-Jähriger sitzt in U-Haft und schweigt.

Rostock: Leichenteile in Schubkarre gefunden – Verdächtiger in U-Haft

Drei Tage ist der grausige Fund jetzt her: Gegen 17 Uhr wollte ein Mann in Rostock Gartenabfälle auf einem Komposthaufen entsorgen, als er einen Sack entdeckte, aus dem Leichenteile ragten. Nun ist gegen einen Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Bei dem 39 Jahre alten Beschuldigten bestehe der dringende Tatverdacht, das inzwischen als Mann identifizierte Opfer »bereits vor geraumer Zeit im Streit unter Einwirkung stumpfer Gewalt getötet zu haben«, teilten die Staatsanwaltschaft Rostock und die Polizei mit .

Anschließend soll er die Leiche, die am Samstag in einer Art improvisierter Schubkarre entdeckt worden war, in das kleine Waldstück gebracht haben. Er war bereits in der Nacht zum Montag festgenommen worden.

»Der Tatverdacht ergibt sich aufgrund einer Übereinstimmung der Angaben der Zeugen mit dem beim Geschädigten festgestellten Verletzungsbild«, hieß es in einer Mitteilung.

Der 39-jährige Beschuldigte befindet sich nach Aussage des Sprechers der Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft. Dem Deutschen werde Totschlag vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack. Er habe sich bislang nicht zum Vorwurf geäußert. Die Ermittler nahmen ihn demnach in einer Wohnung in Rostock fest, aber nicht in seiner eigenen. »Soweit ich weiß, ist unser Beschuldigter ohne festen Wohnsitz gewesen, jetzt zurzeit«, sagte Nowack.

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Abgesehen vom Geschlecht sei die Leiche bislang nicht genau identifiziert. »Das versucht man eventuell durch Zeugenaussagen, die uns mehr dazu sagen können, um wen es sich handeln könnte oder durch andere besondere Merkmale, unter anderem vielleicht auch DNA.«

Nach Aussage Nowacks hat auch das Wetter der zurückliegenden Wochen Auswirkungen auf die Ermittlungsarbeit. Das Problem sei, dass es lange Zeit frostig gewesen sei. »Wir wissen eben nicht, wie lange er da schon gestanden hat.«

Polizei und Staatsanwaltschaft suchen per Mitteilung weitere Zeugen. Die Leiche habe sich in einer auffälligen gelben Kiste befunden, unweit der Albert-Einstein-Straße in der Rostocker Südstadt. Menschen, denen die Kiste dort aufgefallen ist, sollen sich bei der Kriminalpolizei melden. »Es gilt aufzuklären, seit wann sich diese Kiste bereits am Auffindeort befunden hat.«

sol/dpa