SpOn 09.08.2026
11:44 Uhr

Rootes Meer: Huthis bekennen sich zu Angriff auf Ölraffinerie


Saudi-Arabien hat gerade erst mit dem Nato-Staat Türkei und der Atommacht Pakistan einen sunnitischen Militärpakt geschlossen. Nun melden die vom Schiitenstaat Iran protegierten Huthis den Beschuss einer saudi-arabischen Ölraffinerie.

Rootes Meer: Huthis bekennen sich zu Angriff auf Ölraffinerie

Die von Iran unterstützten Huthis haben sich zu einem Drohnenangriff auf eine wichtige ​Ölraffinerie des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco bekannt. Der Militärsprecher der jemenitischen Terrorgruppe, Jahja Sari, schrieb ‌am Sonntag auf der Plattform X, die Anlage in Jazan sei mit einer Drohne angegriffen worden.

Das saudi-arabische Energieministerium teilte mit, in der Raffinerie sei ein Feuer ausgebrochen, das später gelöscht worden sei. ​Zur Brandursache machte es keine Angaben. Verletzte habe es nicht gegeben. Die ⁠Raffinerie ⁠nahe der Grenze zum Jemen verarbeitet täglich 400.000 Barrel Rohöl und war bereits Ende Juli nach einem Angriff der Huthis vorübergehend stillgelegt ‌worden.

Seit Beginn des Krieges ​der USA und ‌Israels Ende Februar haben Iran und seine ‌verbündeten ​Milizen ihre Angriffe auf Saudi-Arabien und andere Golfstaaten verstärkt. Die Huthis hatten bereits im ​vergangenen Monat eine Seeblockade ⁠gegen das Königreich im ​Roten Meer ​verhängt.

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Der Angriff ereignete sich nur zwei ​Tage nachdem Saudi-Arabien ‌einen neuen Verteidigungspakt mit der Türkei und Pakistan geschlossen hatte.

Der neue Verteidigungspakt entspricht nach türkischen Angaben technisch dem Beistandsartikel ​5 der Nato. Das Bündnis richte sich nicht gegen Iran oder ein anderes Land, ‌sondern diene der allgemeinen Sicherheit der Verbündeten, sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan am Samstag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Dem Minister zufolge strebt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine Erweiterung der Allianz an. Ägypten sei ein möglicher ​Kandidat für einen Beitritt, sobald bestimmte technische Fragen geklärt seien.

Die drei Länder hatten das »Mekka-Verteidigungsabkommen« ⁠am Freitag ⁠nach mehr als zweieinhalbjährigen Verhandlungen unterzeichnet. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es dazu, ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder werde als ‌Angriff auf alle gewertet. Im Falle eines Angriffs ​wollen die Verbündeten Fidan ‌zufolge in Konsultationen entscheiden, in welcher Form sie Unterstützung anfordern. Die Gründerstaaten planen zudem den Aufbau eines Ministerausschusses nach Nato-Vorbild sowie eines Generalsekretariats mit Sitz in Saudi-Arabien.

Die Türkei, Saudi-Arabien, Pakistan und ‌Ägypten hatten in den vergangenen Monaten bereits die sogenannte R4-Gruppe gebildet. Damit wollen sich die vier Staaten angesichts regionaler Konflikte wie des ‌von den USA und ​Israel geführten Krieges gegen Iran enger abstimmen. Fidan betonte am Samstag zudem, dass ‌sich ​die Türkei an einer internationalen Koalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer vor Angriffen ​der Huthis beteiligen sollte. Die ⁠Sicherheit der Seewege liege im Interesse ​der Regierung ​in Ankara.

dop/Reuters