SpOn 17.12.2025
22:44 Uhr

Roman Abramowitsch: London setzt Frist für Freigabe der FC Chelsea-Milliarden


Der frühere Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch soll Erlöse aus dem Klubverkauf für humanitäre Hilfe in der Ukraine überweisen. Da das bislang nicht passiert ist, erhöht Großbritanniens Premier Starmer den Druck. Er warnt den Oligarchen: »Die Uhr tickt.«

Roman Abramowitsch: London setzt Frist für Freigabe der FC Chelsea-Milliarden

Die britische Regierung hat dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch eine letzte Frist gesetzt, um die Erlöse aus dem Verkauf des Fußballvereins FC Chelsea freizugeben. Andernfalls drohe ihm eine Klage, teilte das Kabinett mit.

»Meine Botschaft an Abramowitsch ist klar: Die Uhr tickt«, sagte Premierminister Keir Starmer laut dem Sender BBC. »Halten Sie Ihre Verpflichtung ein und zahlen Sie jetzt.« Sollte der Unternehmer untätig bleiben, sei die Regierung bereit, vor Gericht zu ziehen. Finanzministerin Rachel Reeves nannte es inakzeptabel, dass das Geld, das »dem ukrainischen Volk zustehe«, weiterhin auf einem britischen Konto eingefroren sei.

Gemäß den Bedingungen einer neuen, von der Regierung ausgestellten Lizenz, hat Abramowitsch 90 Tage Zeit, um 2,5 Milliarden Pfund – umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro – an eine neu zu gründende wohltätige Stiftung zu überweisen. Das Geld soll ausschließlich humanitären Zwecken in der Ukraine dienen.

Abramowitsch hatte sich für eine flexiblere Nutzung ausgesprochen, bei der auch russische Kriegsopfer berücksichtigt würden – ein Vorschlag, den London ablehnt. Von dem 58-Jährigen lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Der Milliardär hatte Chelsea im Jahr 2003 für etwa 140 Millionen Pfund erworben. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 wurde er aufgrund der westlichen Sanktionen auf eine schwarze Liste gesetzt.

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Im März bot er den Verein aus London zum Verkauf an, der im Mai von einem Konsortium um den US-Investor Todd Boehly übernommen wurde. Das Geld ist seitdem auf einem britischen Konto eingefroren. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union wollen am Donnerstag zudem Vorschläge prüfen, wie Erträge aus eingefrorenen russischen Staatsvermögen zur Unterstützung der Ukraine verwendet werden können.

Mit einem aufwendigen Offshore-Konstrukt soll Roman Abramowitsch den Besitz und Betrieb seiner Luxusjachten verschleiert haben. Wie er mit seiner Megajacht womöglich Steuern hinterzog, lesen Sie hier .

luc/Reuters