SpOn 08.01.2026
07:41 Uhr

Rom: Hunderte zeigen faschistischen Gruß bei Versammlung in Italien


Eine neofaschistische Jugendbewegung marschiert Jahr für Jahr in Rom auf und reckt den rechten Arm. Das Schauspiel wird von Linken kritisiert. Doch Regierungschefin Meloni verteidigt den umstrittenen Jahrestag.

Rom: Hunderte zeigen faschistischen Gruß bei Versammlung in Italien

Bei einer neofaschistischen Versammlung in Rom haben Hunderte Menschen ihre rechten Arme in die Höhe gestreckt und den Faschistengruß gezeigt. Die Geste ist in Italien als »saluto romano« (römischer Gruß) bekannt. Obwohl das Zeigen der Geste unter bestimmten Umständen strafbar ist, wird sie bei Zusammenkünften von Neofaschisten und Anhängern des früheren italienischen Diktators Benito Mussolini (1883–1945) immer wieder gezeigt.

Mit der Kundgebung vor dem ehemaligen Sitz der neofaschistischen Bewegung Movimento Sociale Italiano (MSI) in der Via Acca Larentia wurde an den 7. Januar 1978 erinnert. Damals erschossen dort Linksterroristen zwei junge Neofaschisten. Ein dritter starb später. Seither finden alljährlich Gedenkfeiern von Mussolini-Anhängern statt, die stets nach dem gleichen Muster ablaufen.

Kundgebung löst jedes Jahr Empörung aus

Die Zeitung »La Stampa«  veröffentlichte ein Video von der Szene aus der Vogelperspektive. Zu sehen ist, wie zumeist schwarz gekleidete Menschen auf den Ruf »Für alle gefallenen Kameraden« mit dem Zuruf »Presente» (zu Deutsch: anwesend) antworten und dabei ihre rechten Arme zum Faschistengruß in die Höhe strecken. Insgesamt drei Wiederholungen dieser Szene gibt es.

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Jedes Jahr sorgen das Gedenken und die Kundgebung bei linken Gruppen und der Opposition für Empörung. In der vergangenen Nacht wurden vier Aktivisten der Jugendorganisation der rechten Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bei einer Plakataktion für den Jahrestag der Morde in der Via Acca Larentia angegriffen. Die Täter sind unbekannt.

Meloni schrieb anlässlich des Jahrestages in den sozialen Medien: »Wenn Dissens zur Aggression wird, wenn eine Idee mit Gewalt zum Schweigen gebracht wird, verliert die Demokratie. Immer.« Politische Gewalt sei in jeder ihrer Formen eine Niederlage, schrieb sie weiter.

Meloni steht seit drei Jahren an der Spitze einer Dreierkoalition aus rechten und konservativen Parteien. Die Politikerin war als Jugendliche selbst Mitglied der MSI-Jugendbewegung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Giorgia Meloni an einer Stelle als Staatschefin bezeichnet. Sie ist als Ministerpräsidentin jedoch die Regierungschefin Italiens. Wir haben die Stelle korrigiert.

mrc/dpa