SpOn 25.02.2026
12:27 Uhr

Roboter-Taxis in London: Britisches Start-up Wayve sammelt 1,2 Milliarden Dollar ein


Mit der KI-Software von Wayve sollen Fahrzeuge eigenständig durch den Verkehr finden. Nun erhält das Start-up eine üppige Finanzspritze von Mercedes-Benz, Uber und anderen. Erste Robotertaxis sollen bald in Europa zu sehen sein.

Roboter-Taxis in London: Britisches Start-up Wayve sammelt 1,2 Milliarden Dollar ein

Schon in Kürze sollen auf Londons Straßen auch selbstfahrende Robotertaxis zu sehen sein. Nun verkündet das britische Start-up Wayve, in einer neuen Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden US-Dollar, umgerechnet gut eine Milliarde Euro, eingesammelt zu haben. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren für autonome Fahrsysteme mit künstlicher Intelligenz (KI).

Zu den Geldgebern gehören seit der neuen Finanzierungsrunde laut Unternehmen auch drei Autokonzerne: Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis. Insgesamt stünden 1,5 Milliarden US-Dollar für die kommerzielle Einführung der KI-Software in Fahrzeugen zur Verfügung. Wayve dürfte damit endgültig zu den wichtigsten KI-Unternehmen in Europa gehören.

Das 2017 gegründete Unternehmen aus London wird inzwischen mit umgerechnet etwa 7,3 Milliarden Euro bewertet. Wayve entwickelt Softwaresysteme für selbstfahrende Fahrzeuge. Zu den Geldgebern in der neuen Finanzierungsrunde gehört unter anderem auch der US-Fahrdienstvermittler Uber.

Wayve-Chef Alex Kendall vor einem selbstfahrenden Fahrzeug

Wayve-Chef Alex Kendall vor einem selbstfahrenden Fahrzeug

Foto:

Kin Cheung / AP

Dieser plant, noch in diesem Jahr Tests mit sogenannten Robotertaxis in London zu starten, die mit Wayve-Technik ausgestattet sind. Geplant sei eine darauffolgende Expansion in zehn Märkte weltweit. Uber-Vorstandschef Dara Khosrowshahi erklärte, man sei »sehr stolz« darauf, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Das Konzept des Start-ups sei »auf Skalierbarkeit, Sicherheit und Effektivität« ausgelegt.

Wayve-Mitgründer und -Chef Alex Kendall erklärte, man wolle die Milliardeninvestitionen nutzen, um einen Markt aufzubauen, »der alle Fahrzeuge umfasst, die sich fortbewegen.«

Künftig auch in Privatfahrzeugen geplant

Das Unternehmen setzt darauf, dass seine Software von verschiedenen Firmen genutzt wird, um Fahrzeuge autonom und mithilfe von KI fahren zu lassen. Die Technik wird auch an Autohersteller lizenziert, die sie für Assistenzsysteme einsetzen können. Ab dem kommenden Jahr sollen auch Privatfahrzeuge mit Wayvo-Technik autonom fahren können.

Die britische Regierung plant ein Pilotprojekt für autonomes Fahren in London, das noch im Frühjahr beginnen soll. Auch Technologieunternehmen wie Waymo aus den USA und der chinesische Konzern Baidu planen, daran teilzunehmen. Die Hauptstadt Großbritanniens ist damit Vorreiter beim Einsatz der neuen und nicht unumstrittenen Technik in Europa.

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Vertreter der Taxibranche zweifeln vorab bereits, ob die Roboterfahrzeuge in den verschlungenen Straßen Londons zurechtkommen. »Selbstfahrende Taxis sind eine Lösung, die ein Problem sucht«, sagte Steve McNamara, Generalsekretär der Licensed Taxi Drivers' Association.

jpe