US-Schauspieler und -Regisseur Robert Duvall ist gestorben. Das teilte seine Frau Luciana am Montag mit. »Gestern haben wir von meinem geliebten Ehemann, geschätzten Freund und einem der größten Schauspieler unserer Zeit Abschied genommen«, erklärte Luciana Duvall. Ihr Mann sei »friedlich zu Hause eingeschlafen«.
»Seine Leidenschaft für sein Handwerk wurde nur von seiner tiefen Liebe zu Figuren, gutem Essen und geselligen Runden übertroffen«, so Duvall. »In jeder seiner vielen Rollen gab Bob alles für seine Figuren und für die Wahrheit des menschlichen Geistes, den sie repräsentierten. Damit hinterlässt er uns allen etwas Bleibendes und Unvergessliches. Vielen Dank für die jahrelange Unterstützung, die Sie Bob entgegengebracht haben, und dafür, dass Sie uns diese Zeit und Privatsphäre geben, um die Erinnerungen zu feiern, die er hinterlässt.«
Bekannt aus »Der Pate« und »Apocalypse Now«
Robert Duvall, geboren 1931 in Kalifornien, hat knapp 70 Jahre vor und hinter der Kamera gearbeitet. Seine ersten Rollen übernahm er in den Fünfzigerjahren. Seitdem hatte er mehr als 130 Film- und Fernsehauftritte und stand noch in hohem Alter vor der Kamera. Wohl am bekanntesten ist er seinem Publikum dank seiner Rolle des Lieutenant Colonel Kilgore in »Apocalypse Now«. Hier entstand der ikonische Satz »Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen«.
Auch Francis Ford Coppolas Filmepos »Der Pate« aus den Siebzigerjahren steht auf der langen Liste seiner Filmerfolge. Duvall spielte Tom Hagen, den eher besonnenen Berater und Adoptivsohn des Mafia-Paten Vito Corleone (Marlon Brando). Damit schrieb Duvall Filmgeschichte mit. Die Rolle brachte ihm eine Nominierung für den Oscar ein.
Robert Duvall bei der Emmy-Verleihung 2007
Foto: Lucy Nicholson / REUTERSAuch für seine Rolle in »Der große Santini« und die Rolle des Lieutenant Colonel Kilgore in »Apocalypse Now« wurde er für einen Oscar nominiert. Den begehrten Preis erhielt er schließlich 1984 für den Film »Comeback der Liebe«.
Er selbst sah sich am liebsten in Westernrollen. An der Seite von John Wayne spielte er 1969 in »Der Marshal« den berüchtigten Banditen Ned Pepper, ein Millionenpublikum kennt ihn aus der Westernserie »Weg in die Wildnis« (»Lonesome Dove«).
Leute würden ihn oft nach seiner Lieblingsrolle fragen, schrieb Duvall im vorigen Mai auf Facebook – und gab die Antwort in einem Video: Es war der Texas-Ranger Augustus McCrae aus der Hitserie »Weg in die Wildnis«. Der Dreh sei eines der Höhepunkte seines Lebens gewesen. Für die Serie standen mit ihm Tommy Lee Jones, Diane Lane und Anjelica Huston vor der Kamera.
Siebte Oscar-Nominierung mit 84 Jahren
Duvall spielte bis ins hohe Alter und er präsentierte sich als fit. Kurz vor seinem 95. Geburtstag im Januar hatte er auf Facebook ein kurzes Video von seinem Krafttraining gepostet. Darin sitzt der Leinwandveteran auf einem Stuhl und stemmt eine Hantel. Er habe sich für Dreharbeiten immer fit gehalten, schreibt der Schauspieler. Er sei aber nie ins Fitnessstudio gegangen, sondern habe Tennis, Schwimmen oder Reiten vorgezogen.
Im hohen Alter heimst Duvall auch noch Nominierungen für Preise ein. In dem Justizdrama »Der Richter – Sein wichtigster Fall« bot er als schwierige Vaterfigur seinem Leinwandsohn Robert Downey Jr. die Stirn. Für diese Altersrolle war er mit 84 Jahren im Oscarrennen – zum siebten Mal in seiner Laufbahn.
Auf die Frage, worauf er im Leben und in seiner Karriere am stolzesten sei, kam Duvall auf seine vierte Ehefrau Luciana Pedraza zu sprechen. »Wir haben eine schöne Beziehung«, sagte der Leinwandveteran. Er schwärmte von ihren Kochkünsten und ihrem Martial-Arts-Kampfgeschick. Seit 2005 war der kinderlose Schauspieler mit der gebürtigen Argentinierin verheiratet.
