Der Fall Reiner hatte Hollywood erschüttert. Nun läuft die juristische Aufarbeitung des gewaltsamen Todes von US-Regisseur Rob Reiner und seiner Frau Michele (mehr zu dem Fall hier). Sohn Nick Reiner beteuert seine Unschuld. Der 32-Jährige plädierte am Montag in einem Gericht in Los Angeles auf nicht schuldig.
Die Staatsanwaltschaft legt ihm zweifachen Mord an seinen Eltern zur Last. Im Falle einer Verurteilung droht Nick Reiner lebenslange Haft ohne vorzeitige Entlassung oder sogar die Todesstrafe.
Ein offizielles Foto zeigt Nick Reiner mit kahl geschorenem Kopf und in brauner Gefängnisuniform bei seinem kurzen Auftritt vor Gericht. Die Anklage hält es für erwiesen, dass der 32-Jährige seinen Vater und seine Mutter Michele Singer Reiner erstochen hatte. Sie waren Mitte Dezember tot in ihrer Villa in Los Angeles aufgefunden worden. Der Regisseur Rob Reiner wurde durch Filme wie »Harry und Sally« und »Stand By Me« bekannt.
Der Bezirksstaatsanwalt von Los Angeles, Nathan Hochman, erklärte, die Umstände der Tat würden noch geprüft. Erst dann werde er entscheiden, ob er die Todesstrafe fordere.
US-Medienberichten zufolge war der Tat ein Streit zwischen Nick Reiner und seinen Eltern auf einer Party des Moderators und Komikers Conan O’Brien am Vorabend vorausgegangen. Worum es dabei ging, ist unklar.
Verteidiger gab Mandat überraschend ab
Nick Reiner ist der jüngste Sohn des Paares und hatte jahrelang mit Drogenproblemen zu kämpfen. Als Teenager war er mehrfach in einer Entzugsklinik und zeitweise obdachlos. Rob Reiner und sein Sohn verarbeiteten ihre schwierige Beziehung 2016 in dem teilweise autobiografischen Film »Being Charlie – Zurück ins Leben«.
Das Gericht setzte den 29. April als nächstmöglichen Termin mit Nick Reiner an. Sollten bis dahin nicht alle Akten zusammen sein, könnte er sich verschieben.
Anfang des Jahres hatte der prominente Strafverteidiger Alan Jackson sein Mandat im Mordfall um Nick Reiner niedergelegt (mehr dazu hier). »Umstände jenseits unserer Kontrolle – und wichtiger, jenseits von Nicks Kontrolle – haben es unmöglich gemacht, ihn weiter zu vertreten«, sagte Jackson damals vor dem Gericht in Los Angeles.
Jackson fügte hinzu, nach »wochenlanger Untersuchung« sei klar geworden, dass Reiner nach kalifornischem Recht »nicht des Mordes schuldig« sei. Worin der Grund für seinen Rückzug bestehe, wollte der Anwalt »aus rechtlichen und ethischen Gründen« nicht erklären.
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