SpOn 09.12.2025
12:16 Uhr

Ricarda Lang: Gegen Hass auf Instagram zeigt sie Beleidigungen im Netz den Mittelfinger


Die Ex-Grünenchefin Ricarda Lang gilt einigen Männern als Hassfigur, immer wieder sammeln sich Schmähungen unter ihren Posts. Jetzt wehrt sie sich mit derber Symbolik und wirbt für eine Hilfsorganisation.

Ricarda Lang: Gegen Hass auf Instagram zeigt sie Beleidigungen im Netz den Mittelfinger

Politikerinnen und Politiker sind immer massiven Anfeindungen ausgesetzt, vor allem Frauen müssen Beleidigungen, Schmähungen und Abwertungen aushalten. Ex-Grünenchefin Ricarda Lang versucht schon länger, mit Humor gegenzuhalten. In einem neuen Post auf ihrem Instagram-Kanal stellt sie nun hasserfüllte Nutzer besonders derbe bloß: mit Stinkefinger.

Auf mehreren Fotos präsentiert sich Lang fröhlich und lachend, mal beim Anstoßen, mal in der Hocke. Und einmal eben auch mit gerecktem Mittelfinger. Über die Fotos sind Kommentare von Nutzern eingeblendet, in denen sie etwa als »Hängebauchschwein« oder »Pommespanzer« verunglimpft wird. Der Post vom Montag bekam bis Dienstagmorgen schon mehr als 31.000 Likes.

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Gemeint ist der Eintrag weniger als Provokation denn als deutliches Zeichen gegen Hasskommentare. Lang schreibt dazu: »Hasskommentare werden auch nicht gerade kreativer. Aber dafür lauter und mehr.« Das sorge dafür, dass sich viele aus dem Netz zurückzögen. Darauf habe sie »keinen Bock« mehr. »Denn das Netz gehört uns allen«, betont die 31-Jährige.

Spenden an HateAid

Mit dem Post unterstützt die Grünenpolitikerin unter anderem die Arbeit von HateAid, einer Organisation für Menschenrechte im Netz. Lang spricht öffentlich immer wieder über den Hass und die Hetze gegen sie im Netz.

Andere gehen weniger offensiv, aber ebenso energisch gegen Hasskommentare vor: Zuletzt wurde bekannt, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Zeit als Unionsfraktionschef mehr als 100 Strafanzeigen gegen Personen gestellt hat, die ihn im Netz etwa als »Arschloch« oder »drecks Suffkopf« bezeichnet haben. Auch Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ging mit Strafanzeigen gegen Beleidigungen vor – und wurde dafür scharf kritisiert.

Viele Politikerinnen und Politiker nutzen die Hilfe der Agentur So Done. Das Start-up durchforstet das Internet nach Beleidigungen und erstattet dann Anzeigen. Die Hälfte der zivilrechtlichen Ansprüche erhält die Agentur, um sich zu finanzieren. Hier können Sie mehr über diese Agentur lesen.

mrc/dpa