Weltweit sind laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) in den zurückliegenden zwölf Monaten 67 Journalistinnen und Journalisten im Kontext ihrer Arbeit getötet worden. Die allermeisten von ihnen wurden demnach Opfer von Kriegen oder kriminellen Netzwerken.
Die bedrohlichste Region blieb dabei der Gazastreifen, in dem 29 Reporter »unter Beschuss der israelischen Streitkräfte« ihr Leben verloren. Der zweitgefährlichste Ort war mit neun Todesopfern Mexiko.
»Jede tote Journalistin und jeder inhaftierte Reporter sind auch für uns in Deutschland eine Mahnung: Wer Journalist*innen angreift, nimmt uns allen das Recht, uns ungehindert zu informieren«, zitierte die Organisation ihre Geschäftsführerin Anja Osterhaus. Man müsse Regierungen weltweit zum Handeln bringen. »Wenn diejenigen, die kritisch berichten, um ihre Freiheit oder sogar um ihr Leben fürchten müssen, steht die Demokratie weltweit auf dem Spiel.«
Auch Verhaftungen blieben demnach in etlichen Regionen ein Risiko für Medienschaffenden. Dem RSF-Bericht zufolge sitzen derzeit 503 Journalistinnen und Journalisten in 62 Ländern hinter Gittern und damit etwas weniger als RSF noch im Vorjahr gezählt hatte. Die meisten Reporter sind demnach in China eingesperrt (121), danach folgen Russland (48) und Myanmar (47). Russland hält zudem mit 26 ukrainischen Medienschaffenden die meisten ausländischen Journalisten gefangen. Gefolgt wird das Land laut dem Bericht von Israel, wo 20 palästinensische Reporter festgehalten werden.
Insgesamt 135 Medienschaffende gelten zudem als vermisst, einige von ihnen laut Reporter ohne Grenzen schon seit mehr als drei Jahrzehnten. Vermisstenfälle gibt es in 137 Ländern der Welt, doch eine Großzahl von Menschen verschwand in Ländern des Nahen Ostens und Lateinamerikas.
Besonders viele Fälle gab es laut RSF in Syrien. Viele der Reporter, die unter der Herrschaft von Baschar al-Assad verschwanden, seien weiterhin unauffindbar. Gleiches gelte für Journalisten, die von der Terrormiliz »Islamischer Staat« als Geiseln genommen worden waren. RSF führt sie nun als vermisst auf. An zweiter Stelle folgt bei den Vermisstenfällen Mexiko.
