Der Tod von Renée Good löste große Empörung aus. Sie war von Kräften der US-Abschiebepolizei ICE in Minneapolis erschossen worden. Ihre Brüder haben sich nun im Kongress fassungslos über die Tötung gezeigt. Die »völlig surrealen Szenen«, die sich auf den Straßen von Minneapolis abspielten, seien bar jeder Beschreibung, sagte Luke Ganger.
»Diese Begegnungen mit Angestellten des Bundes verändern die Gemeinschaft und verändern viele Leben, einschließlich unseres, für immer«, sagte Ganger. Die Brüder sprachen in einem Forum des US-Kongresses, das sich mit dem Einsatz von Gewalt durch Angestellte des Bundes befasste. Daran nehmen ausschließlich Mitglieder der Demokratischen Partei teil, wie die »New York Times« berichtet .
Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus geht Donald Trump hart gegen Migranten vor. Er lässt seine Abschiebepolizei ICE gewaltsam gegen Zugewanderte und auch US-amerikanische Staatsbürger vorgehen. Im Januar war in Minneapolis zunächst Renée Good von ICE-Abschiebepolizisten erschossen worden. Danach tötete ein Mitarbeiter des Grenzschutzes den 37-jährigen Intensivpfleger Alex Pretti. Für das brutale Vorgehen gibt es heftige Kritik – auch aus den Reihen vom Trumps Partei.
Brüder mit pessimistischem Blick
Im Kongress appellierte Ganger an die Politiker, gegen die Gewalt auf den Straßen im Zuge der rigorosen Abschiebepolitik des US-Präsidenten tätig zu werden. »Wir hatten uns in den vergangenen zwei Wochen etwas damit getröstet, dass Renées Tod vielleicht einen Wandel in unserem Land bewirken könnte«, sagte er. »Aber das ist nicht der Fall.«
Zuvor hatte der Vater des von ICE festgenommenen Fünfjährigen schwere Vorwürfe gegen die Abschiebepolizei erhoben. Er beklagte, dass sein Sohn in der Haftanstalt krank geworden und von den Behörden nicht mit Medikamenten versorgt worden sei.
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Indes bekräftigte die Sicherheitschefin der Footballliga NFL, Cathy Lanier, dass die Abschiebepolizei ICE nicht beim Super Bowl in Santa Clara eingesetzt werde. »Es gibt keine geplanten ICE-Maßnahmen. Davon sind wir überzeugt«, sagte Lanier. Die Anzahl der Bundesangestellten vor Ort werde in etwa so groß sein wie bei vergangenen Super Bowls. Das Finale der NFL wird am Sonntag ausgetragen.
Im Oktober hatte ein Berater von Heimatschutzministerin Kristi Noem suggeriert, ICE-Kräfte würden auch beim Super Bowl im Einsatz sein.
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