SpOn 01.12.2025
16:10 Uhr

Rente: Junge Gruppe stellt die Entscheidung über die Reform frei


Die jungen Unionsabgeordneten lehnen das Rentenpaket weiterhin ab, heißt es in einer Erklärung. In der Abstimmung im Bundestag soll aber jedes Mitglied der Gruppe für sich entscheiden.

Rente: Junge Gruppe stellt die Entscheidung über die Reform frei

Die Gruppe von 18 jungen Unionsabgeordneten hat ihr Nein zum Rentenpaket untermauert, stellt jedoch jedem einzelnen Abgeordneten die Entscheidung frei. »Als Junge Gruppe halten wir das Rentenpaket für nicht zustimmungsfähig«, heißt es in einer Erklärung. »Dabei bleibt es.«

Jedoch komme allen Abgeordneten eine eigene staatspolitische Verantwortung zu, die auch Rücksicht auf den Koalitionsfrieden umfasse. »Vor diesem Hintergrund wird jedes Mitglied der Jungen Gruppe die Argumente abwägen und eine Entscheidung treffen.« Bundeskanzler Friedrich Merz erwartet an diesem Freitag die entscheidende Bundestagsabstimmung über die geplante Rentenreform. Das sagte der CDU-Chef am Rande von deutsch-polnischen Regierungskonsultationen in Berlin.

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, hatte zuvor nach Angaben von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann in der CDU-Vorstandssitzung sein Nein zum Rentenpaket in der jetzigen Form bekräftigt. Linnemann warnte die Rentenrebellen in den eigenen Reihen vor Schaden für die Koalitionsregierung aus Union und SPD. Es gehe am Ende auch um eine Abwägungsfrage, sagte er.

Sollte das von Union und SPD geplante Rentenpaket im Bundestag scheitern, werde es schwierig mit der Zusammenarbeit in der Koalition. »In der Abwägung finde ich es richtig, dass wir dieses Paket jetzt auf den Weg bringen« und man im nächsten Jahr in einer Rentenkommission die Strukturreformen angehe, sagte Linnemann. Auf die Frage, ob eine solche Rentendebatte den Wahlkämpfern in den 2026 anstehenden Landtagswahlen schade, antwortete er: »Wir haben nächstes Jahr fünf Landtagswahlen. Wir können aber jetzt nicht Rücksicht nehmen, nur weil bestimmte Wahlen sind, dass wir hier keine Reformen machen. Und deshalb müssen wir sie angehen.«

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Am Vormittag warnte auch SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas vor einem Scheitern der Reform – und verknüpfte dies mit der Zukunft der Koalition.

18 junge Abgeordnete der Unionsfraktion im Bundestag stemmen sich gegen das Rentenpaket , weil ein Rentenniveau von 48 Prozent über 2031 hinaus ihrer Meinung nach zu hohe Kosten verursachen würde. Ein Teil ihrer Stimmen wird benötigt, um eine eigene Mehrheit der Koalition zu sichern. Die Koalitionsspitzen haben ausgeschlossen, den Gesetzentwurf noch einmal zu verändern. Am Dienstag soll es in der CDU/CSU-Fraktion eine Probeabstimmung geben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version wurde Johannes Winkel als Vorsitzender der Jungen Gruppe bezeichnet. Er ist jedoch Vorsitzender der Jungen Union. Wir haben den Fehler korrigiert.

jml/dpa