Sie lächelte, sagte »Kein Problem, Mann« – und war kurz darauf tot: Renee Good starb bei einem Einsatz der US-Einwanderungspolizei ICE, ein Beamter erschoss sie in ihrem Auto. US-Präsident Donald Trump hat nun im Zusammenhang mit diesem Einsatz erstmals von Fehlern gesprochen und sein Bedauern ausgedrückt. Allerdings nicht so sehr über Goods Tod, sondern über die Tatsache, dass sie gestorben sei, wo doch ihr Vater ein erklärter Trump-Anhänger war.
Er habe sich schrecklich gefühlt, als er von Goods Tod erfuhr, so Trump – zumal ihr Vater »ein enormer Trump-Fan« gewesen sei. So zumindest nach Darstellung des US-Präsidenten. »Ich hoffe, er sieht das immer noch so, aber ich weiß es nicht«, fügte er während eines Auftritts vor Journalisten im Weißen Haus hinzu.
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Beide Eltern seien »riesige Trump-Fans« gewesen, betonte Trump noch einmal. »So traurig. Aber das passiert. Es ist schrecklich.«
Trump räumt Fehler von ICE-Beamten ein
In dem Statement sprach Trump außerdem davon, dass ICE manchmal Fehler mache. »Das kann passieren.« Goods Namen erwähnte er dabei nicht, sprach nur von einer »jungen Frau«, die in einer »Tragödie« verwickelt gewesen sei.
Die Trump-Regierung hatte Good nach ihrem Tod als »inländische Terroristin« dargestellt, die von einem Polizisten aus Notwehr mit drei Schüssen getötet worden sei, nachdem sie ihn »überfahren« habe. Videoaufnahmen zeigen allerdings, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten wegsteuerte.
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Goods Vater sagte in einem Interview mit dem Sender CBS , er sei entsetzt gewesen, dass man seine Tochter als »inländische Terroristin« bezeichnet habe. Sie sei warmherzig und geistreich gewesen, habe Gedichte geschrieben und Englisch unterrichtet.
Minnesota hat die US-Regierung wegen der Einsätze verklagt. Eine Bundesrichterin schränkte die ICE-Befugnisse daraufhin am Freitag ein. So dürften friedliche Protestierende und Autofahrer nicht festgenommen oder mit Pfefferspray vertrieben werden, urteilte sie.
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