Bei umfangreichen Durchsuchungen in mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen. Sie sollen sich als Bankmitarbeiter ausgegeben und Zahlungen von fremden Bankkonten veranlasst haben, wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Steinfurt mitteilten.
Zudem sollen sie ihre Opfer dazu gebracht haben, sensible Daten preiszugeben. Dabei sei ein Schaden von über einer Million Euro entstanden. Die drei beschuldigten Männer befinden sich jetzt in Untersuchungshaft.
Bei den Durchsuchungen von insgesamt zwölf Objekten in Recklinghausen, Gelsenkirchen und Essen stellten die Beamten den Angaben zufolge Beweismaterial wie Computer, Tablets, Handys, aber auch Bargeld und Kraftfahrzeuge sicher. Die Ermittlungen und Auswertungen des Materials dauerten an, hieß es.
»Ihre TAN ist abgelaufen«
Die Beschuldigten gingen den Ermittlern zufolge immer gleich vor: Sie sollen unter anderem Nachrichten auf die Handys der Geschädigten versandt haben. »Ihre TAN ist abgelaufen«, sei dort zu lesen gewesen. Über den Link in der Nachricht seien die Geschädigten dann auf gefälschte Seiten von Bankinstituten geleitet worden. Die Beschuldigten hätten die Opfer dann telefonisch aufgefordert, ihnen sensible Daten mitzuteilen und Geld zu überweisen.
In weiteren Fällen sollen die Kontodaten der Geschädigten auf gefälschte Zahlungskarten gespiegelt worden sein, mit denen dann Geld abgehoben und Einkäufe getätigt worden seien, so die Staatsanwaltschaft.
Jetzt werden Beweismittel ausgewertet
Die Ermittler zeigten sich mit dem Ergebnis der Durchsuchungen zufrieden. »Der Erfolg dieser Maßnahmen ist auf die akribische Arbeit unserer Ermittler in den vergangenen Monaten zurückzuführen«, sagt Stefan Mühlbauer, Direktionsleiter Kriminalität und Leiter des Einsatzes. »Mit der Auswertung der gesicherten Beweismittel liegt nun noch ein großer Teil der Arbeit vor uns.«
