Gut fünf Wochen vor Silvester hat die Berliner Polizei einen Feuerwerksvorrat beschlagnahmt, der wohl für einen ganzen Stadtteil ausgereicht hätte. Bei einer Razzia fanden Beamte mehr als 800 Kilogramm illegaler Feuerwerkskörper. Außerdem stellten sie 350 Kilogramm verschiedener Komponenten zur Herstellung von verbotenen und hochgefährlichen Sprengkörpern sicher, wie die Polizei mitteilte.
Die Pyrotechnik sei »erlaubnispflichtig« gewesen, das heißt, meist nur für Profi-Feuerwerker zugelassen. Den explosiven Vorrat angelegt haben mutmaßlich zwei 24- und 25-jährige Männer aus Berlin sowie ein 25-jähriger Mann aus Bernau nördlich der Hauptstadt. Sie stehen im Verdacht, »illegal pyrotechnische Gegenstände zu lagern und zu verkaufen sowie explosionsgefährliche Stoffe herzustellen und mit diesen unerlaubt Handel zu betreiben«.
Zahlreiche Spezialkräfte sichern Sprengstoffe
Anonyme Hinweise hatten die Polizei in Berlin und Brandenburg auf die Fährte der Männer gebracht. Die Beamten durchsuchten daraufhin Wohnungen und Lagerräume in Charlottenburg, Wedding, Reinickendorf und Pankow. Insgesamt waren rund 140 Polizisten aus beiden Bundesländern und mindestens eine Spezialeinheit des Bundes an dem Einsatz beteiligt.
Auf die Entschärfung explosiver Materialien spezialisierte Beamte des LKA Berlin, aus Brandenburg und von der Bundespolizei übernahmen laut Mitteilung die Sicherung und Entsorgung der Sprengstoffe. Die Polizei ermittelt nun weiter zur Herkunft der beschlagnahmten Stoffe und Gegenstände.
In den vergangenen Jahren hat der Handel mit illegalem Feuerwerk insbesondere in den Monaten vor Silvester zugenommen. Immer wieder werden Lager mit gefährlichen Böllern, Raketen oder sogenannten Kugelbomben entdeckt, die aus dem Ausland eingeschmuggelt und in Deutschland verkauft werden sollten. Häufig laufen die Angebote über Internetportale.
