Jugendliche rauchen und vapen mehr als noch vor vier Jahren. Besonders unter Mädchen stieg der Anteil deutlich. Das zeigt eine repräsentative Befragung der Behörde des Drogenbeauftragten der Bundesregierung.
Für die sogenannte Drogenaffinitätsstudie 2025 wurden 7001 junge Menschen im Alter von zwölf bis 25 Jahren befragt. Die Erhebung fand im Zeitraum April bis Juni 2025 statt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Im vergangenen Jahr rauchte fast jeder Zehnte der Zwölf- bis 17-Jährigen, wie die Befragung ergab. 2021 waren es demnach nur 6,1 Prozent gewesen.
9,3 Prozent der Mädchen gaben in der Befragung an, »Raucherin« zu sein. Das bedeutet einen Anstieg um 2,9 Prozentpunkte.
Bei jungen Menschen werde Vapen beliebter, auch der Anteil von Mehrweg-E-Zigaretten nehme dabei deutlich zu. Bei männlichen Jugendlichen sei der Anteil der Konsumierenden seit 2021 von 2,9 auf 6,7 Prozent gestiegen. Bei den zwölf- bis 17-jährigen Mädchen griffen 7,8 Prozent zu Vapes. 2021 waren es noch 1,8 Prozent gewesen.
In der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen rauchten demnach weniger Menschen als 2021. Der Anteil sank laut der Studie von 29,8 Prozent im Jahr 2021 auf 26,3 Prozent im Jahr 2025.
Unter den Rauchenden griffen jedoch mehr als früher zu Vapes. Bei den jungen Männern nahm der Anteil der Konsumenten von 6,9 Prozent (2021) auf 13,3 Prozent (2025) zu. Bei den jungen Frauen stieg er von 4,7 auf 11,9 Prozent.
Neun von zehn Konsumenten nutzten den Angaben zufolge in den Mehrweg-E-Zigaretten nikotinhaltige Liquids, die oft mit süßen Aromen und jugendaffinem Design vermarktet werden.
Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU) nannte die Befragungsergebnisse »ein klares Warnsignal«. E-Zigaretten seien »extrem ungesund«. »Wenn Nikotin nach Cola, Kiwi, Kaugummi oder Menthol schmeckt und in bunten Verpackungen daherkommt, dann ist das keine zufällige Produktgestaltung«, sagte Streeck. »Das senkt die Hemmschwelle und macht Nikotin für junge Menschen attraktiv.« Zum Teil seien diese Zusatzstoffe »gesundheitsschädlich oder krebserregend und gehören nicht in die Lungen«.
- E-Zigaretten: Jede Woche 1000 neue Vape-Produkte – ein Markt außer Kontrolle Von Helen Bielawa und Nina Krug
- Große Studie aus Australien: In den Körpern von Vapern vollziehen sich besorgniserregende Veränderungen Von Marco Evers
- Gelegenheitsrauchen: Raucher merken oft zu spät, dass sie abhängig sind. Bin ich es längst? Von Theresa Moosmann
Streeck forderte »klare Regeln für Inhaltsstoffe, Aromen, Werbung und Verpackung«. Gesundheitsschädliche und jugendaffine Aromen müssten verboten werden.
Auch Nikotinbeutel seien der Studie zufolge verbreitet, obwohl der Verkauf in Deutschland verboten ist. Die Beutel – auch bekannt als »Snus« – werden unter die Lippe geschoben. 2025 gaben 5,5 Prozent der Jugendlichen und 18,9 Prozent der jungen Erwachsenen an, diese Produkte bereits ausprobiert zu haben. Zurückgegangen ist hingegen der Konsum von Wasserpfeifen und Einweg-E-Zigaretten.
Zigaretten sind eindeutig krebserregend, Vapes auch? Mediziner wollen dafür jetzt Belege gefunden haben. Lesen Sie hier mehr .

