Wo Liebe ist, ist auch Leidenschaft. Quentin Tarantino, 62, liebt Filme und hasst Ungerechtigkeiten in der Kulturwelt. Und so hat sich der Starregisseur nun heftig über »Die Tribute von Panem«-Reihe aufgeregt. Der Grund: Aus Tarantinos Sicht handelt es sich um eine Kopie des japanischen Films »Battle Royale« aus dem Jahr 2000, der wiederum auf dem gleichnamigen Roman von Koushun Takami basiert.
Beide Werke spielen in einer dystopischen Zukunft, die von einem totalitären Regime beherrscht wird. Jugendliche werden von der Regierung gezwungen, in einem tödlichen Wettbewerb, der wie eine Reality-TV-Show inszeniert wird, gegeneinander zu kämpfen. »Battle Royale« spielt in einem Japan der Zukunft. Der erste Buchteil der »Tribute von Panem« von Autorin Suzanne Collins erschien 2012 und spielt in der fiktiven Welt Panem.
»Ich verstehe nicht, warum der japanische Autor Suzanne Collins nicht wegen jeder verdammten Kleinigkeit verklagt hat. Die haben das verdammte Buch einfach geklaut«, sagte Quentin Tarantino nun im »The Bret Easton Ellis Podcast« .
Szene aus »Battle Royale« aus dem Jahr 2000
Foto: Toei Co / Ronald Grant Archive / Mary Evans Picture Library / picture allianceAutorin wehrte sich gegen Vorwürfe
Die Vorwürfe kursieren schon seit Jahren. Autorin Collins wehrte sich bereits 2011 dagegen. »Ich hatte noch nie von diesem Buch oder diesem Autor gehört, bis mein Buch fertiggestellt war«, sagte Collins damals der »New York Times« .
Tarantino beschäftigen die offensichtlichen Parallelen jedoch bis heute sehr. Er meint nun, Literaturkritiker hätten es versäumt, die Ähnlichkeiten zu benennen, als das erste »Tribute«-Buch erschien. »Dumme Buchkritiker werden sich niemals einen japanischen Film namens ›Battle Royale‹ ansehen, also haben die dummen Buchkritiker sie nie darauf angesprochen«, sagte Tarantino. »Sie haben darüber gesprochen, dass es das originellste verdammte Ding sei, das sie jemals gelesen hätten.«
Erst mit den Filmen seien die Parallelen benannt worden, so Tarantino: »Sobald die Filmkritiker den Film gesehen hatten, sagten sie: ›Was zum Teufel? Das ist doch nur ›Battle Royale‹, nur ohne Altersbeschränkung!‹«
Vor Jahren war Medienberichten zufolge noch ein weiterer »Battle Royale«-Film geplant. Produzent Roy Lee erklärte jedoch 2012, das Projekt werde nicht mehr umgesetzt: »Das Publikum würde es nur als Kopie sehen – die meisten würden nicht wissen, dass ›Battle Royale‹ zuerst da war. Das ist unfair, aber so ist die Realität.«
Einen Kinobesucher hätte »Battle Royale« mit einem neuen Film aber wohl sicher: Quentin Tarantino.
