Der chinesische Sportartikel-Konzern Anta Sports wird für 1,51 Milliarden Euro größter Aktionär beim deutschen Rivalen Puma. Anta übernehme einen Anteil von 29,06 Prozent von der Investmentgesellschaft Artémis der französischen Familie Pinault, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der gebotene Preis von 35 Euro je Aktie entspreche einem Aufschlag von 62 Prozent auf den Puma-Schlusskurs vom Montag.
Anta kündigte an, nach Abschluss der Transaktion Sitze im Puma-Aufsichtsrat anzustreben. Man sei überzeugt, dass Puma mit dem chinesischen Unternehmen als größtem Investor seine internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern und die Markenbekanntheit ausbauen könne.
»Die globale Präsenz und die fokussierte Positionierung in Sportkategorien ergänzen das bestehende Multi-Marken- und Spezialgeschäft der Gruppe in hohem Maße«, hieß es in einer Mitteilung.
Der Einstieg bei Puma nährt Spekulationen über eine Übernahme des Konzerns. Anta betonte in der Mitteilung allerdings, dass es derzeit keine Übernahmepläne gibt.
Über den Einstieg von Anta wird seit vergangenem Herbst spekuliert. Die Investmentgesellschaft Artémis, die vom Chef des Luxusgüterkonzerns Kering, François-Henri Pinault, geführt wird, hatte den Anteil an Puma zuvor als nicht strategisch bezeichnet. Das Geschäft muss noch von den Wettbewerbsbehörden und den Anta-Aktionären genehmigt werden.
Anta hat bereits Erfahrung mit der Übernahme westlicher Marken. Im vergangenen April vereinbarte der Konzern den Kauf des deutschen Outdoor-Spezialisten Jack Wolfskin vom vorherigen Eigentümer Topgolf Callaway aus Kalifornien.
Anta ist zudem größter Aktionär bei Amer Sports. Dazu wiederum gehören etwa Atomic, Salomon und Wilson. Außerdem hält Anta in einigen Ländern die Rechte für Fila.
Puma mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach hatte zuletzt mit einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen. Unter dem neuen Konzernchef Arthur Hoeld kündigte das Unternehmen den Abbau von 900 Stellen bis Ende dieses Jahres und die Straffung des Produktportfolios an.
