Das Regime in Teheran geht gewaltsam gegen Demonstranten in Iran vor. Das EU-Parlament hat deswegen nun allen iranischen Diplomaten und Vertretern den Zutritt zu seinen Gebäuden untersagt.
Sie habe beschlossen, »sämtliches diplomatisches Personal und alle anderen Vertreter der Islamischen Republik Iran von sämtlichen Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments auszuschließen«, erklärte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola im Onlinedienst X. »Dieses Haus wird nicht dazu beitragen, ein Regime zu legitimieren, das sich durch Folter, Repression und Mord an der Macht hält«, schrieb Metsola weiter.
It cannot be business as usual.
— Roberta Metsola (@EP_President) January 12, 2026
As the brave people of Iran continue to stand up for their rights and their liberty, today I have taken the decision to ban all diplomatic staff and any other representatives of the Islamic Republic of Iran from all European Parliament premises.…
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Die Proteste in Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin.
Angesichts des Kampfes der Menschen in Iran für ihre Rechte und ihre Freiheit könne es »nicht einfach weitergehen wie bisher«, schrieb Metsola.
Iran bestellt europäische Botschafter ein
Iran hat daraufhin nach eigenen Angaben Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien ins Außenministerium einbestellt. In einer Mitteilung des staatlichen Rundfunks hieß es, man habe bei dem Treffen Videos der Unruhen gezeigt. Die «gewalttätigen Handlungen» hätten die Grenzen friedlicher Demonstrationen überschritten.
Aus dem Auswärtigen Amt war zu hören, der deutsche Botschafter sei einbestellt worden.
Auch das Außenministerium in Paris bestätigte die Einbestellung des französischen Botschafters. Irans Außenminister Abbas Araghtschi habe mit den europäischen Botschaftern die aktuellen Entwicklungen in dem Land thematisiert. Die europäischen Botschafter hätten ihre Besorgnis nachdrücklich zum Ausdruck gebracht, hieß es in Paris.
Aus London gab es keine ausdrückliche Bestätigung für die Einbestellung. Aus Regierungskreisen hieß es lediglich, der Botschafter habe einen geplanten Termin im iranischen Außenministerium in Teheran wahrgenommen. Die britische Außenministerin Yvette Cooper hatte zuvor den Mut insbesondere der Demonstrantinnen gelobt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit seien fundamentale Rechte, so Cooper. Sie fügte hinzu: »Der Ausübung dieser Rechte sollte niemals mit der Drohung mit Gewalt oder Repressionen begegnet werden.«
Teheran forderte eine Rücknahme der Solidaritätsbekundungen. Die Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel.
US-Präsident Donald Trump liebäugelt mit Militärschlägen gegen Iran. Trump hatte angesichts der Massenproteste zuletzt mehrfach mit einem Eingreifen seines Landes gedroht. Das Regime hat Trumps Angaben zufolge um neue Verhandlungen gebeten.
»Iran hat angerufen, sie wollen verhandeln«, sagte er an Bord des Regierungsflugzeugs »Air Force One« vor Journalisten. Sie seien es leid, von den USA geschlagen zu werden, sagte er – wohl mit Blick auf die israelischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm, an denen sich im vergangenen Jahr auch das US-Militär beteiligt hatte.
Trump machte zudem deutlich, dass eine US-Intervention damit für ihn noch nicht vom Tisch sei. Angesichts dessen, was in Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, warnte Trump mit Blick auf die andauernden Proteste.
