SpOn 23.01.2026
21:06 Uhr

Prinz Harry fordert von Trump Respekt für britische Soldaten


US-Präsident Donald Trump hat seine Verbündeten in der Nato mit Aussagen über den Einsatz europäischer Soldaten in Afghanistan beleidigt. Vor allem in Großbritannien ist die Empörung groß, nun reagiert auch Prinz Harry.

Prinz Harry fordert von Trump Respekt für britische Soldaten

Nach US-Präsident Donald Trumps Aussagen über die Unterstützung seiner Nato-Verbündeten in Afghanistan haben sich mehrere Vertreter der britischen Regierung und Königsfamilie zur Wehr gesetzt. Der britische Premierminister Keir Starmer kritisierte die Äußerungen Trumps am Nachmittag als »beleidigend« und »entsetzlich«. Es sei nicht überraschend, »dass sie den Angehörigen der Getöteten und Verletzten und tatsächlich im ganzen Land so viel Schmerz bereitet haben«, sagte Starmer. Wenn er selbst sich derart falsch ausgedrückt hätte, würde er sich entschuldigen.

Auch die Mutter eines britischen Veteranen äußerte sich empört. Sie sagte der Nachrichtenagentur PA zufolge, Trumps Äußerungen seien »so beleidigend, so schwer zu ertragen«.

Prinz Harry kritisiert Trump scharf

Trump hatte zuvor mit abfälligen Äußerungen zu Nato-Truppen in Afghanistan für Aufruhr in Großbritannien und Polen gesorgt. In einem Interview des Senders Fox News behauptete Trump, dass die USA das Verteidigungsbündnis niemals gebraucht hätten. Mehrere Nato-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch »etwas abseits der Frontlinien« geblieben, so der US-Präsident.

Prinz Harry meldete sich ebenfalls zu Wort und forderte Respekt von Trump für die Opfer der amerikanischen Nato-Verbündeten in Afghanistan. Das machte der jüngere Sohn von König Charles III. in einer ungewöhnlich scharf formulierten Mitteilung deutlich.

Er wies darauf hin, dass die USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als einziger Nato-Staat jemals den Bündnisfall ausgerufen hatten. Zum Afghanistan-Einsatz sagte er: »Ich habe dort gedient, ich habe Freunde fürs Leben gefunden. Und ich habe Freunde verloren. Das Vereinigte Königreich allein hat 457 Militärangehörige verloren.«

Tausende Leben seien für immer verändert worden, Eltern hätten ihre Kinder begraben müssen und Kinder ihre Eltern verloren. »Diese Opfer verdienen, dass man mit Wahrhaftigkeit und Respekt über sie spricht«, so der Royal weiter.

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Nach den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel Fünf des Natovertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere Nato-Staaten wie Großbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation al-Qaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der Nato-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde.

jah/dpa