SpOn 25.09.2026
17:25 Uhr

Premier League: Manchester City soll in 114 Fällen gegen Finanzregeln verstoßen haben


Seit Jahren wird untersucht, ob ManCity Finanzregularien der Premier League gebrochen hat. Der Club sei nun in einem »Großteil« der Anklagepunkte für schuldig befunden worden, berichten britische Medien.

Premier League: Manchester City soll in 114 Fällen gegen Finanzregeln verstoßen haben

Dem englischen Spitzenclub Manchester City droht eine massive Strafe bis zur Aberkennung mehrerer Meistertitel. Nach übereinstimmenden Berichten britischer Medien wurde der amtierende englische Pokalsieger wegen Verstößen gegen die Finanzregularien der Premier League in 114 von 115 Fällen für schuldig gesprochen, wie das Onlinemagazin »The Athletic«  und die Tageszeitung »The Times«  berichten.

Auch der Sender BBC  berichtet, dass City in einem »Großteil« der Anklagepunkte für schuldig befunden worden sei.

Ein Strafmaß hat die von der Liga eigens eingesetzte Kommission den Berichten zufolge noch nicht verkündet. Auch bleibt dem Champions-League-Sieger von 2023 noch die Möglichkeit einer Beschwerde.

Das Verfahren gegen Manchester City läuft bereits seit 2023, und der frühere Club von Pep Guardiola hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

»Das Verfahren der Premier League dauert an. Es sind noch wesentliche Schritte zu absolvieren, und es unterliegt strenger Vertraulichkeit«, sagte ein Sprecher des Clubs gegenüber »The Athletic«.

Die Premier League lehnte eine Stellungnahme ab. »Es handelt sich um ein vertrauliches Verfahren, wir geben keinerlei Kommentare ab«, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters zufolge.

Anklage wegen Vergehen von 2009 bis 2018

Angeklagt ist Manchester City wegen möglicher Vergehen aus der Zeit von 2009 bis 2018, in der der Club drei englische Meistertitel in der Premier League gewann. 2009 hatte Scheich Mansour Bin Zayid Al Nahyan aus der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi den Stadtrivalen von Manchester United übernommen.

Die Vorwürfe reichen von falschen Angaben zu den Finanzen und Sponsoringeinnahmen bis zu unvollständigen Informationen über Trainer- und Spielergehälter.

Die Untersuchung mit angestoßen hatte eine Artikelserie des SPIEGEL vom November 2018 im Rahmen der Football-Leaks-Berichterstattung . Manchester City hatte Kosten aus dem Club ausgelagert und damit in der Bilanz versteckt. Zudem deutete die interne Kommunikation der Vereinsmanager an, dass Sponsoreneinnahmen aus Abu Dhabi in Wahrheit weitere geheime Finanzspritzen des Clubbesitzers darstellten.

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Was kann auf City zukommen?

Alle denkbaren Sanktionen der Premier League sind den Medienberichten zufolge weiter möglich. Sie reichen von einer Verwarnung über Geldstrafe, Punktabzüge und der Aberkennung von Titeln bis zu einem möglichen Zwangsabstieg.

2014 war Manchester City von der Uefa schon einmal wegen Verstößen gegen das »Financial Fairplay« des europäischen Verbands angeklagt worden. Damals lautete der Vorwurf unter anderem, dass der Club verdeckte Zuwendungen aus Abu Dhabi erhalten habe, weil Sponsorengelder deutlich über dem eigentlichen Werbewert verbucht worden seien.

Auch damals wies City alle Anschuldigungen zurück. Ein zweijähriger Ausschluss aus der Champions League wurde vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas in eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro umgewandelt.

Lesen Sie hier die vier Teile der »Football Leaks«-Artikelserie »Damned ManCity«: Der Schummel-Scheich, Geheimprojekt Langbogen, Wie Pep Guardiola angeworben wurde, Das Recht des Stärkeren.

ngo/dpa/sid/Reuters