Mit 102 Kilometern pro Stunde in einer Tempo-50-Zone wurde das Fahrzeug einer Bestattungsfirma in Portugal Ende Dezember vergangenen Jahres geblitzt. Als der Strafzettel dreieinhalb Wochen später ankam, bezahlte der 56-jährige Geschäftsführer des Unternehmens das hohe Bußgeld jedoch nicht.
Laut der Staatsanwaltschaft in Castelo Branco trug er in das Formular der Verkehrsbehörde ANSR einen 19-Jährigen als verantwortlichen Fahrer für die Geschwindigkeitsüberschreitung ein. Dabei war der junge Mann kurz zuvor bei einem Unfall gestorben. Das Unternehmen hatte sein Begräbnis organisiert und deshalb alle Daten des jungen Mannes zur Hand.
Eltern sind fassungslos
Der Betrugsversuch flog auf, als die Eltern des Toten den Bußgeldbescheid in Höhe von 300 bis 1500 Euro erhielten. Sie seien fassungslos und empört gewesen, zumal ihr Sohn bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei, zitierte die Nachrichtenagentur Lusa den Anwalt der Eltern.
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Die Staatsanwaltschaft habe gegen den Geschäftsführer Anklage erhoben, berichteten die Zeitung »Correio da Manhã« und weitere portugiesische Medien unter Berufung auf Justizkreise. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa diese Informationen.
Der Beschuldigte soll nun bald wegen Urkundenfälschung und Datenmissbrauchs vor Gericht kommen. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu sieben Jahren.
