Der Mann wirkt verstört: »Everybody was kung fu fighting«, erzählt er stockend, »those cats were fast as lightning.« Er schluckt, kämpft mit den Tränen: »In fact, it was a little bit frightening.«
Moment mal! Ist das nicht der Text zu einem Hit aus den Siebzigerjahren? Ist es. Aber James McNicholas, 39, trägt banale Songtexte so dramatisch vor, als wären es Verse von Shakespeare. In diesem Fall den bereits 1974 veröffentlichten Disco-Song »Kung Fu Fighting« des britisch-jamaikanischen Interpreten Carl Douglas. Ein Track, den die ganze Welt kennt. Und dessen (ebenfalls sehr discooberflächlichen) Text man nie zuvor so gehört hat.
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Auf Instagram folgen McNicholas inzwischen mehr als 250.000 Menschen, um keinen seiner »Songologues« zu verpassen. Der britische Schauspieler verwandelt, oft verkleidet, diese kurzen Monologe etwa in das Bekenntnis eines Wahnsinnigen (»Crazy« von Gnarls Barkley), das Geständnis eines Pyromanen (»Firestarter« von The Prodigy) oder die ehrliche Beichte eines US-Army-Offiziers (»It wasn't me« von Shaggy).
James McNicholas sucht, sagt er, nach »versteckter Tiefe in flachen Popsongs«, findet manchmal eine »emotionale Wahrheit« – meistens aber große Komik. Sucht man in der Internet Movie Database nach den Produktionen, in denen er als Schauspieler mitwirkte, fällt dem deutschen Zuschauer vor allem die US-Serie »Ted Lasso« ins Auge. Dort spielte er James, einen Reporter, versteckt in der Tiefe einer Journalistenmeute bei Pressekonferenzen.
