Bei einem Einsatz von US-Bundesbeamten in der Stadt Minneapolis sind am Mittwochabend (Ortszeit) mehrere Menschen verletzt worden. Laut einer Mitteilung des Heimatschutzministeriums hielten Beamte einen Mann aus Venezuela an, der sich ohne gültige Papiere in den USA aufhalten soll. Der Mann sei in einem Auto geflüchtet, in ein anderes Fahrzeug gekracht und schließlich zu Fuß geflüchtet, hieß es.
Nachdem der Beamte den Mann eingeholt hatte, seien aus einer anliegenden Wohnung zwei weitere Personen hinzugekommen und hätten den Beamten angegriffen, auch mit einem Besen und einer Schaufel. »Aus Angst um sein Leben und seine Sicherheit, als er von drei Personen überfallen wurde, gab der Beamte einen Schuss ab, um sich zu verteidigen«, erklärte das Heimatschutzministerium.
Der Venezolaner wurde den Angaben zufolge ins Bein getroffen. Die beiden anderen Männer seien festgenommen worden. Auch der Beamte sei bei dem Einsatz verletzt worden und werde im Krankenhaus behandelt.
Die Stadt Minneapolis erklärte auf X , die Verletzung des Venezolaners sei offenbar nicht lebensgefährlich. Man fordere erneut, dass die Beamten der Einwanderungsbehörde ICE die Stadt und den Bundesstaat unverzüglich verlassen, hieß es weiter auf dem Account. »Wir stehen hinter unseren Einwanderer- und Flüchtlingsgemeinschaften.«
Das Heimatschutzministerium macht in seiner Erklärung die politische Opposition für die Lage verantwortlich. Der Venezolaner sei im Jahr 2022 von der Regierung des damaligen Präsidenten Joe Biden ins Land gelassen worden. Die Attacke »auf ein weiteres mutiges Mitglied unserer Strafverfolgungsbehörden« habe sich nun ereignet, während die Spitzenpolitiker von Minnesota aktiv zu einem organisierten Widerstand gegen ICE und die Bundespolizei aufriefen.
Namentlich werden der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, und der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, genannt. Beide sind Demokraten. Ihre »hasserfüllte Rhetorik« müsse enden, schreibt das Ministerium – genauso wie ihr »Widerstand gegen Männer und Frauen, die lediglich versuchen, ihre Arbeit zu tun«.
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Vergangene Woche wurde bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis die 37-jährige US-Bürgerin Renee Good erschossen. Behörden verteidigten das Vorgehen als Notwehr, örtliche Politiker und Demonstranten hingegen kritisierten den Einsatz scharf und sprachen von übermäßiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung. Der Vorfall hat landesweit Proteste ausgelöst und zu juristischen Auseinandersetzungen zwischen dem Bundesstaat Minnesota und der Bundesregierung geführt (mehr dazu hier ).
