Die EU-Kommission hat milliardenschwere nationale Staatshilfen für den Bau eines ersten Atomkraftwerks in Polen genehmigt. Das teilte eine Sprecherin in Brüssel mit. »Wir haben es geschafft!«, schrieb der polnische Regierungschef Donald Tusk bei X . Die ersten Gelder würden bereits in diesem Monat ausgezahlt.
Mamy to! Miliardy pomocy publicznej na budowę pierwszej polskiej elektrowni atomowej. Jest zgoda Europy i są pieniądze. Pierwsze cztery miliardy jeszcze w tym miesiącu. #RobimyNieGadamy
— Donald Tusk (@donaldtusk) December 9, 2025
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Die polnische Regierung will rund 30 Prozent der Baukosten für das geplante Kraftwerk Lubiatowo-Kopalino vom staatlichen Betreiberkonzern PEJ übernehmen. Insgesamt soll das Projekt schätzungsweise 42 Milliarden Euro kosten. Außerdem will sie für die Schulden garantieren, die zur Finanzierung aufgenommen werden.
Geplant sind zudem sogenannte Differenzverträge: Wenn der Marktpreis für den generierten Strom unter einen vereinbarten Garantiepreis fällt, gibt der Staat Geld dazu. Liegt der Marktpreis hingegen über dem Garantiepreis, erhält der Staat die Differenz.
Sieben Jahre Bauzeit angepeilt
Durch die Kontrolle staatlicher Beihilfen will die EU-Kommission dazu beitragen, gleiche Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt zu schaffen. Der AKW-Bauer Westinghouse hatte den Zuschlag aus Polen im November 2022 erhalten. Damals deckten Kohlekraftwerke rund 70 Prozent des polnischen Strombedarfs ab.
Die Bauarbeiten für das AKW in der Woiwodschaft Pommern sollen 2026 beginnen. Im Jahr 2033 soll das Kraftwerk mit drei Reaktoren und einer Gesamtleistung von 3750 Megawatt dann ans Netz gehen. Der Baugrund liegt nahe der Ostsee, rund 300 Kilometer östlich von Greifswald.
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Anders als Deutschland, das seine Kernkraftwerke abgeschaltet hat, steigt Polen neu in die Atomkraft ein. Das Nachbarland will damit Kohle als wichtigsten Energieträger ablösen.
Deutschland diskutiert nach dem Ausstieg aus der Atomkraft bis heute über die Folgen: etwa darüber, wo Atommüll gelagert werden soll. Warum eine Lagerstätte allein kaum ausreichen wird, lesen Sie hier .
