SpOn 15.01.2026
12:40 Uhr

Piraten: Zahl der Angriffe auf den Weltmeeren steigt erneut


Die Täter kommen mit Messern oder Pistolen: Im vergangenen Jahr gab es mehr als 130 Angriffe auf den Weltmeeren. Auch deutsche Schiffe waren betroffen.

Piraten: Zahl der Angriffe auf den Weltmeeren steigt erneut

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Piratenangriffe und bewaffneten Überfälle auf Schiffe erneut zugenommen. Das Internationale Schifffahrtsbüro  (IMB) zählte weltweit 137 solcher Vorfälle. 2024 waren es 116, auch in den drei Jahren davor lag der Wert nicht höher.

Die Piraten enterten dem Bericht zufolge in 121 Fällen Schiffe, entführten vier und beschossen zwei. Zehnmal blieb es bei einem Angriffsversuch. Allein 80 Vorfälle ereigneten sich demnach in der viel befahrenen Straße von Singapur, die zwischen Singapur und Indonesien liegt. Auch in indonesischen Gewässern gab es vergleichsweise viele Angriffe.

Besatzungsmitglieder wurden laut der Statistik in 88 Fällen als Geiseln genommen, entführt, bedroht, angegriffen oder verletzt. Im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren sind Gewalttaten gegen die Crews damit leicht rückläufig. Todesfälle gab es seit 2021 nicht mehr.

Deutsches Containerschiff vor Ecuador bedroht

Schiffe aus Deutschland waren in acht Fällen von Piraterie betroffen. Die meisten Schiffe der deutschen Handelsflotte fahren allerdings unter ausländischer Flagge, weil das in der Regel günstiger ist.

Details finden sich in dem Bericht zu einem Vorfall im März: Die Besatzung des deutschen Containerschiffs »Callao Express« bemerkte demnach nahe Ecuador zwei unbeleuchtete Boote, die schnell näher kamen. Die Besatzung alarmierte die Behörden, erhöhte die Geschwindigkeit und wich aus. Daraufhin hätten die Boote die Verfolgung aufgegeben.

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»Auch wenn viele Zwischenfälle als ›geringfügig‹ eingestuft werden, bleibt die Lage für Seeleute ernst«, teilt der deutsche Ableger der Internationalen Handelskammer zu den Daten mit. Das IMB gehört zur Internationalen Handelskammer und sitzt in London. In Malaysia unterhält das Büro eine Meldestelle, das Piracy Reporting Centre (PRC).

Am 6. Juli 2011 kaperten Piraten im Golf von Aden den Ozeanriesen »Brillante Virtuoso« und legten Feuer im Maschinenraum. Warum, kommt erst Jahre später ans Licht. Mehr dazu lesen Sie hier. 

esw/dpa