SpOn 26.01.2026
16:01 Uhr

Philippinen: Ex-Präsident Rodrigo Duterte fit für Prozess in Den Haag


Wegen seines blutigen Kampfes gegen Drogenkriminalität muss sich der philippinische Ex-Präsident Rodrigo Duterte vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Das Gericht hat Einwände der Verteidigung abgewiesen.

Philippinen: Ex-Präsident Rodrigo Duterte fit für Prozess in Den Haag

Einst führte er einen brutalen Antidrogenkrieg mit Tausenden Toten. Nun ist der Weg für den Prozess gegen den früheren philippinischen Staatschef Rodrigo Duterte vor dem Internationalen Strafgerichtshof frei. Das Gericht in Den Haag erklärte den 80-Jährigen für verhandlungsfähig. Die Verhandlung soll am 23. Februar starten.

Ex-Präsident Duterte: Blutiger Kampf gegen Drogenkriminalität

Ex-Präsident Duterte: Blutiger Kampf gegen Drogenkriminalität

Foto: Jam Sta Rosa / AFP

Duterte war im März 2025 in Manila wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhaftet und in die Niederlande ausgeflogen worden. Die Anklage wirft ihm mindestens 43 Morde im staatlichen »Krieg gegen die Drogen« von 2011 bis 2019 vor.

Antrag der Verteidigung abgewiesen

Die Verteidigung hatte beantragt, den Prozess auszusetzen. Duterte sei gesundheitlich nicht in der Lage, dem Verfahren zu folgen. Daraufhin war die für September angesetzte Anhörung zunächst vertagt worden.

Nach eingehender medizinischer Untersuchung wiesen die Richter den Antrag nun als unbegründet ab. Jetzt prüfen die Richter zunächst in dem Vorverfahren am 23. Februar, ob die Beweislage für ein Hauptverfahren ausreichend ist. Das Verfahren kann sich über Jahre hinziehen.

Im Oktober 2025 hatte das Gericht entschieden, dass es für den Prozess gegen den früheren philippinischen Präsidenten zuständig ist – trotz des Austritts der Philippinen aus dem Statut des Gerichts im Jahr 2019.

Geschätzt bis zu 30.000 Opfer

Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen und führte einen erbarmungslosen Kampf gegen Drogenkriminalität . Bereits als Bürgermeister der Stadt Davao hatte er der Anklage zufolge Polizei und die sogenannten Davao-Todesschwadronen beauftragt, »Kriminelle, einschließlich Drogendealer« zu töten. Sie sollen angeblich Drogen genommen haben oder in Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein. Belege dafür soll es selten gegeben haben.

Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl auf bis zu 30.000 Opfer. Verdächtige wurden demnach oft ohne Prozess regelrecht hingerichtet.

fwu/dpa