In der Affäre um Epstein-Kontakte des früheren britischen Ministers und Ex-EU-Handelskommissars Peter Mandelson prüft nun auch die europäische Anti-Korruptionsbehörde Olaf mögliche Pflichtverstöße.
»Angesichts der Umstände und der erheblichen Anzahl öffentlich zugänglich gemachter Dokumente« habe die EU-Kommission die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Olaf am 18. Februar gebeten, die Angelegenheit zu untersuchen, teilte ein Sprecher der Kommission in Brüssel auf Anfrage mit. Das Olaf-Pressebüro bestätigte die laufende Prüfung.
Die Pressestelle der EU-Behörde stellte weiter klar, dass damit noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet sei. Es handele sich um eine Erstbewertung, bei der nach einem standardisierten Verfahren alle eingehenden Informationen von potenziellem Ermittlungsinteresse analysiert würden.
Mandelson soll sensible Informationen geteilt haben
Dabei geht es den Angaben zufolge insbesondere darum, ob Mandelson sich damals an die Geheimhaltungspflichten und das Verbot der Entgegennahme von Geschenken und Vergünstigungen gehalten hat. Auch die EU-Kommission selbst prüft, ob es seitens Mandelson einen Verstoß gegen Verhaltenspflichten aus seiner früheren Rolle als EU-Kommissar gab, wie der Sprecher mitteilte.
E-Mail-Verläufe legen den Verdacht nahe, dass Mandelson dem US-Sexualstraftäter und Multimillionär Jeffrey Epstein sensible Regierungsinformationen während der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zugespielt haben könnte.
Nach seinem Posten in Brüssel war Mandelson von 2008 bis 2010 britischer Wirtschaftsminister. Den Akten zufolge soll er unter anderem die Entscheidung für einen 500-Milliarden-Euro-Rettungsschirm in der Eurokrise bereits einen Tag vor deren Verkündung an Epstein weitergegeben haben.
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Im Zuge der britischen Ermittlungen wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt wurde Mandelson Anfang der Woche vorübergehend festgenommen. Seine Anwälte kritisierten dies scharf. Im September war er als britischer Botschafter in den USA abberufen worden.
