SpOn 13.12.2025
12:06 Uhr

Pete Hegseth: US-Verteidigungsminister soll Admiral Alvin Holsey zum Rücktritt gedrängt haben


Die USA attackieren in der Karibik angebliche Drogenboote. Der zuständige Admiral brachte Medienberichten zufolge zu Beginn der Mission Bedenken vor. Das hat nun offenbar Konsequenzen.

Pete Hegseth: US-Verteidigungsminister soll Admiral Alvin Holsey zum Rücktritt gedrängt haben

Die US-Armee greift in der Karibik seit Monaten Boote angeblicher Drogenschmuggler an, tötete Dutzende Menschen, beging dabei womöglich sogar einen Völkerrechtsbruch. Kürzlich beschlagnahmte das US-Militär sogar einen Öltanker vor Venezuela. In dieser Lage tritt nun der für Lateinamerika zuständige US-Admiral Alvin Holsey wie angekündigt zurück. Neuen Berichten zufolge drängte ihn US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zu dem Schritt.

Drei US-Regierungsvertreter und zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, Hegseth habe Holsey den Rücktritt nahegelegt. Hegseth sei unzufrieden mit dem Südkommando, er wolle den Einsatz des US-Militärs in der Region ausweiten.

Auch die »New York Times«  berichtet über den Konflikt und beruft sich auf aktuelle und ehemalige Regierungsmitarbeiter sowie einen Beamten im US-Kongress. Demnach habe Holsey zu Beginn der Einsätze gegen Boote in der Karibik seine Bedenken geäußert. Verteidigungsminister Hegseth habe anschließend seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass der Admiral mutmaßliche Drogenhändler nicht schnell und aggressiv genug verfolge. Die Bedenken des Admirals hätten dazu geführt, dass er beim Verteidigungsminister weiter in Ungnade gefallen sei. Letztlich habe Hegseth Holsey aus dem Amt gedrängt.

Holsey mit Botschaft für seinen Nachfolger

Hegseth hatte im vergangenen Oktober überraschend angekündigt, dass Holsey zum Jahresende zurücktreten werde. Dabei hätte der Admiral eigentlich noch zwei Jahre an der Spitze des US-Südkommandos stehen sollen. Am Freitag quittierte Holsey, 60, nach insgesamt 37 Jahren im US-Militär nun offiziell den Dienst. Ein Nachfolger steht bislang nicht fest. Holseys Stellvertreter, Luftwaffengeneral Evan Pettus, wird die Führung des Südkommandos kommissarisch übernehmen. Verteidigungsminister Hegseth war bei Holseys Abschied nicht vor Ort.

Zu den US-Einsätzen in der Karibik oder zu den Gründen seines Rücktritts äußerte Holsey sich bei seinem Abschied nicht. Er forderte seinen Nachfolger jedoch auf, die langjährigen Partnerschaften in der Region aufrechtzuerhalten und sich für demokratische und rechtsstaatliche Werte einzusetzen. »Um ein vertrauenswürdiger Partner zu sein, müssen wir glaubwürdig, präsent und engagiert sein«, sagte Holsey.

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Hegseth hatte Anfang des Jahres mehrere hochrangige Pentagonmitarbeiter entlassen oder sie ihrer Posten enthoben, darunter den Vorsitzenden der Joint Chiefs sowie die uniformierten Führer der Marine, der Luftwaffe und der Küstenwache. Monatelange Personalwechsel waren die Folge. Im Oktober feuerte Hegseth überraschend den Stabschef der Marine.

ptz/Reuters