@poldeportes1 cumplimos con la promesa de transmitir el partido de la libertadores #graciasporelapoyo #poldeportes en el #cerro de #ate #viral
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Ende November senkt sich die Sonne über Lima, Perus Hauptstadt. Auf einem Hügel über der Stadt steht Cliver Huamán Sánchez, 15. Sein Smartphone ist auf einem Stativ befestigt, er trägt einen dunklen Anzug, eine rote Krawatte – über den Schultern weht die Flagge seiner Heimatprovinz Andahuaylas im Süden Perus. Unter ihm erstrahlt das Estadio Monumental U, Schauplatz des Finales der Copa Libertadores, des südamerikanischen Pendants zur Champions League.
»Jetzt hat Flamengo den Ball«, ruft Cliver Huamán Sánchez in ein Mikrofon. »In der Mitte des Strafraums – Danilo wartet – Goooooooooool!« Die Partie ist zu diesem Zeitpunkt schon abgepfiffen. Im rein brasilianischen Finale hat Flamengo gegen Palmeiras 1:0 gewonnen.
Cliver kommentiert Danilos Siegtreffer nicht live, doch die Leidenschaft des Jungen aus den Anden in Verbindung mit der Szenerie geht viral und begeistert: Sein TikTok-Kanal »Pol Deportes« zählt rund eine Woche später 1,8 Millionen Follower.
Training mit Videos von Messi und Neymar
Cliver stammt aus dem kleinen Dorf Huampica, über 2000 Meter hoch in den Anden gelegen. Dort begann er schon früh, seine Stimme zu trainieren. Mit zwei Highlight-Clips von Lionel Messi und Neymar auf dem USB-Stick seines Vaters übte er das Kommentieren. Sein Traum ist es, ein Stipendium für ein Journalistikstudium zu bekommen und Sportkommentator zu werden.
Deswegen half ihm sein älterer Bruder dabei, ein kleines Studio im Haus einzurichten. Sie malten eine Wand blau an, hingen Fußfallposter auf und ließen Cliver auf TikTok den WM-Sieg Argentiniens 2022 nachkommentieren.
Als klar war, dass das Finale der Copa Libertadores in Peru stattfinden würde, machten sich die Brüder mit ihrem Vater auf den 18-Stunden-Busweg nach Lima. Clivers Ziel: das Spiel aus der Arena kommentieren.
Bereits vor dem Anpfiff lief der Junge mit seinem Mikrofon durch die Stadt und interviewte Fans. Beim Einlass ins Stadion wurde die Familie allerdings abgewiesen. So suchte sich Cliver den nahe gelegenen Aussichtspunkt mit Blick ins Stadion.
Seit dem Finalspiel kommt der Nachwuchsjournalist kaum zur Ruhe. Regelmäßig ist er in TV-Sendungen zu Gast. Auch der peruanische Sportsender L1MAX wurde auf ihn aufmerksam und ließ ihn ein Erstligaspiel einige Minuten lang mit kommentieren.
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»Er hat Talent im Blut. Er spricht gut und deutlich, obwohl er seinen Wortschatz noch erweitern muss. Mit der richtigen Förderung wird er es weit bringen«, lobte ihn ein Reporter.
Anzüge und Ausstattung werden nun gesponsert
Wie die spanische Zeitung »El País« berichtet, kleiden ihn inzwischen Modeketten ein, und Technikgeschäfte sponsern ihm hochwertige Handys.
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Sogar Perus Präsident José Jerí lud Cliver in den Regierungspalast ein. Seine Geschichte sei ein Vorbild für alle Peruanerinnen und Peruaner, die hart arbeiten und Einfallsreichtum sowie Talent beweisen, hieß es vonseiten des Präsidentenpalasts.
Nun steht der nächste Höhepunkt bevor: eine Einladung ins Estadio Santiago Bernabéu beim Champions-League-Duell Real Madrid gegen Manchester City am Mittwoch (21 Uhr/Liveticker bei SPIEGEL.de).
Vielleicht wird Cliver auch dort wieder ins Mikrofon rufen: »Goooooooooooooool!«
